Flora
06.05.2008, 12:16
The great broadband hope oder doch eher the great broadband joke? Dallas galt als amerikanisches Flaggschiff der Breitbandnutzung über das Stromnetz, das sog. Powerline. Der Ausbau wurde gestoppt, die Zukunft der bestehenden Zugänge ist ungewiss. Australien sucht händeringend nach Möglichkeiten, Haushalte in weit entfernten, dünn besiedelten Landesteilen breitbandig ans Netz zu bringen. Und hat sich doch von Powerline verabschiedet. Was tut sich in Deutschland und der EU?
Zwei Millionen Einwohner, so die Planung, sollten in Dallas per Stromnetz breitbandige Internetzugänge erhalten können. 64.000 sind bereits am Netz. Damit war die texanische Metropole das Flaggschiff der amerikanischen Powerlineanwendung. Doch nun berichten die Dallas News (http://www.dallasnews.com/sharedcontent/dws/bus/stories/DN-current_02bus.ART.State.Edition1.460d413.html), dass der Anbieter Current Communications sein Equipment verkaufen und das Breitbandnetz vermutlich stillgelegt wird. Internet via Stromkabel bietet Current Communications auch in anderen US-Großstädten wie Cincinatti, Ohio an. Ob dieses Netz eine Zukunft hat, ist unklar. Denn das Berufungsgericht des Districts of Columbia hat im April den US-Regulierer FCC angezählt (http://pacer.cadc.uscourts.gov/common/opinions/200804/06-1343-1112979.pdf) (pdf-Datei, 108 KB), weil bei der Powerlinezulassung die Funkintereferenzen heruntergespielt wurden. Inwieweit dieses Problem in die Entscheidung in Dallas hineinspielte kann nur vermutet werden.
In Australien ist Powerlines Siechtum offenkundig beendet, wie auf Free Access nachzulesen ist (http://www.freeaccess.com.au/Structure:%20/2008/03/15/broadband-over-power-lines-dies-a-quiet-death/). Tests in den entfernteren Regionen Tasmaniens und Victorias verschwanden demnach still und leise in der Versenkung. Was trotz erfreulicher Testverläufe und zufriedener Tester bezeichnend scheint. Denn in dem riesigen und extrem dünn besiedelten Kontinent nutzt die Regierung jede Chance (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=10740), um selbst im Outback einen Breitbandzugang anzubieten. Unklar ist allerdings hier wie in Dallas, was letztlich die tatsächlichen Gründe für das Einstellen des Powerlinebetriebes sind.
In Deutschland ist Powerline zwar nicht tot, hat aber schon einen reichlich strengen Geruch angenommen. Die meisten Versuche erfolgten um die Jahrtausendwende und sind schon lange eingestellt. Unter anderem, weil die Funkintereferenzen nicht in den Griff zu bekommen waren. Einige kleinere Netze sind im Betrieb, scheinen aber mit Breitbandzugängen zum Internet nicht viel gemein zu haben. Wenig erfreuliches über die Performance wird in Dresden gepostet (http://www.dslfuerdresden.de/phpbb/viewforum.php?f=10), und auch das Vorzeigeprojekt Vype (http://www.kein-dsl.de/breitbandanbieter/Vype.html) in Mannheim löst nicht nur Begeisterung aus (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=6735). Neue Netze oder Ausbauten der bestehenden gibt es offenbar nicht, auch wenn ein Anbieter rührig kaum eine Breitbandveranstaltung auslässt (http://www.kein-dsl.de/forum/showpost.php?p=95696&postcount=4), um die Technologie zu bewerben.
An Lebenserhaltungsmaßnahmen der Technologie versucht sich seit Jahren die Europäische Union. Mit dem gut ausfinanzierten Projekt Opera (http://www.dslnachpankow.de/cms/modules/PDlinks/visit.php?cid=11&lid=33) arbeitet man an der Weiterentwicklung der Powerline-Technologie. Offenbar, weil für die EU Breitband über das Stromnetz eine Hoffnung bleibt, die ländlichen Räume Europas schnell ins Netz zu bringen. Unklar ist, ob die Reanimation des Patienten gelingt. Denn über die Zukunft von Powerline dringt aus dem Projekt Opera kaum etwas nach draußen.
[Update 17.10.2008:] Nun liegt auch das Poweline-Projekt in Manassas im US-Staat Virginia in den letzten Zügen. Das Netz wird laut InsideNova.com (http://www.insidenova.com/isn/news/local/article/city_takeover_of_bpl_has_some_concerned/22706/) von der Stadt übernommen. Zwar ist der Dienst für die knapp 700 Kunden bis Ende des ersten Quartals 2009 gesichert, aber mittelfristig scheint die Stadt allein ihre Stromversorgung per Powerline überwachen zu wollen. Manassas war die erste kommerzielle Powerline-Installation der USA.
Zwei Millionen Einwohner, so die Planung, sollten in Dallas per Stromnetz breitbandige Internetzugänge erhalten können. 64.000 sind bereits am Netz. Damit war die texanische Metropole das Flaggschiff der amerikanischen Powerlineanwendung. Doch nun berichten die Dallas News (http://www.dallasnews.com/sharedcontent/dws/bus/stories/DN-current_02bus.ART.State.Edition1.460d413.html), dass der Anbieter Current Communications sein Equipment verkaufen und das Breitbandnetz vermutlich stillgelegt wird. Internet via Stromkabel bietet Current Communications auch in anderen US-Großstädten wie Cincinatti, Ohio an. Ob dieses Netz eine Zukunft hat, ist unklar. Denn das Berufungsgericht des Districts of Columbia hat im April den US-Regulierer FCC angezählt (http://pacer.cadc.uscourts.gov/common/opinions/200804/06-1343-1112979.pdf) (pdf-Datei, 108 KB), weil bei der Powerlinezulassung die Funkintereferenzen heruntergespielt wurden. Inwieweit dieses Problem in die Entscheidung in Dallas hineinspielte kann nur vermutet werden.
In Australien ist Powerlines Siechtum offenkundig beendet, wie auf Free Access nachzulesen ist (http://www.freeaccess.com.au/Structure:%20/2008/03/15/broadband-over-power-lines-dies-a-quiet-death/). Tests in den entfernteren Regionen Tasmaniens und Victorias verschwanden demnach still und leise in der Versenkung. Was trotz erfreulicher Testverläufe und zufriedener Tester bezeichnend scheint. Denn in dem riesigen und extrem dünn besiedelten Kontinent nutzt die Regierung jede Chance (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=10740), um selbst im Outback einen Breitbandzugang anzubieten. Unklar ist allerdings hier wie in Dallas, was letztlich die tatsächlichen Gründe für das Einstellen des Powerlinebetriebes sind.
In Deutschland ist Powerline zwar nicht tot, hat aber schon einen reichlich strengen Geruch angenommen. Die meisten Versuche erfolgten um die Jahrtausendwende und sind schon lange eingestellt. Unter anderem, weil die Funkintereferenzen nicht in den Griff zu bekommen waren. Einige kleinere Netze sind im Betrieb, scheinen aber mit Breitbandzugängen zum Internet nicht viel gemein zu haben. Wenig erfreuliches über die Performance wird in Dresden gepostet (http://www.dslfuerdresden.de/phpbb/viewforum.php?f=10), und auch das Vorzeigeprojekt Vype (http://www.kein-dsl.de/breitbandanbieter/Vype.html) in Mannheim löst nicht nur Begeisterung aus (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=6735). Neue Netze oder Ausbauten der bestehenden gibt es offenbar nicht, auch wenn ein Anbieter rührig kaum eine Breitbandveranstaltung auslässt (http://www.kein-dsl.de/forum/showpost.php?p=95696&postcount=4), um die Technologie zu bewerben.
An Lebenserhaltungsmaßnahmen der Technologie versucht sich seit Jahren die Europäische Union. Mit dem gut ausfinanzierten Projekt Opera (http://www.dslnachpankow.de/cms/modules/PDlinks/visit.php?cid=11&lid=33) arbeitet man an der Weiterentwicklung der Powerline-Technologie. Offenbar, weil für die EU Breitband über das Stromnetz eine Hoffnung bleibt, die ländlichen Räume Europas schnell ins Netz zu bringen. Unklar ist, ob die Reanimation des Patienten gelingt. Denn über die Zukunft von Powerline dringt aus dem Projekt Opera kaum etwas nach draußen.
[Update 17.10.2008:] Nun liegt auch das Poweline-Projekt in Manassas im US-Staat Virginia in den letzten Zügen. Das Netz wird laut InsideNova.com (http://www.insidenova.com/isn/news/local/article/city_takeover_of_bpl_has_some_concerned/22706/) von der Stadt übernommen. Zwar ist der Dienst für die knapp 700 Kunden bis Ende des ersten Quartals 2009 gesichert, aber mittelfristig scheint die Stadt allein ihre Stromversorgung per Powerline überwachen zu wollen. Manassas war die erste kommerzielle Powerline-Installation der USA.