Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HSUPA/HSDPA - Geschwindigkeit zu gering?
apfelschorle32
20.05.2008, 17:04
Hallo!
Ich surfe seit ca. einem Jahr mit HSDPA von T-Mobile zufrieden mit Geschwindigkeiten von 1200 kbit/s (DL) und 300 kbit/s (UL). Als Router benutze ich die web'n'walk box IV, die HSUPA bis 2,00 Mbit/s und HSDPA bis 7,2 MBit/s unterstützt.
Gestern Nachmittag war es dann bei mir im Dorf so weit. Das vorhandene UMTS-Netz wurde aufgerüstet. Seit dem gestrigen Abend empfange ich jetzt 1300 kbit/s (DL) und 650 kbit/s (UL) bei 5 Balken Signalstärke. Da diese Geschwindigkeiten mir rätselhaft vorkamen, habe ich gestern abend gleich noch unter der T-Mobile Service-Hotline nach einem Versorgungsstatus gefragt. Mir wurde anschließend gesagt, dass das vorhandene Netz auf HSDPA/HSUPA mit 7,2 Mbit/s (DL) und 1,42 Mbit/s (UL) aufgerüstet worden sei. Daraufhin habe ich gefragt, wie die komischen Geschwindigkeiten und der plötzlich so hohe Ping (850 ms) zustande gekommen ist. Mir wurde gesagt, dass bei mir in der Nähe ,,Störsender" vorhanden sind.
Was sind ,,Störsender"?
Kann man diese ,,Störsender" irgendwie umgehen, sodass ich die volle HSUPA/HSDPA-Geschwindigkeit ausnutzen kann?
floogie008
20.05.2008, 17:17
Wenn wirklich in deiner Nähe ein Störsender vorhanden ist kannst du froh sein wenn UMTS überhaupt funktioniert. Meines Wissens nach verwendet die Bundeswehr unteranderem Störsender um in ihren Kaseren/Sperrgebieten die Handynutzung einzuschränken und Teilweiße sogar ganz zu unterbinden um damit Störungen bei eigenen Funkdiensten zu verhindern.
Bei Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6rsender) gibts dazu noch ein Paar infos.
Mit einer Richtfunkantenne könntest du evtl. den Störsender umgehen, da du damit nur Signala aus einer bestimmten Richtung Empfängst und den Störsender Sozusagen "ausblendest".
vielleicht konnte ich dir damit ja ein bischen helfen
gruß
floogie
7,2Mbs DL geistert immer mal durchs Forum. Bisher habe ich immer nur vom UMTS-Netzweiten HSUPA Ausbau gelesen und bei HSDPA 7,2Mbs nur an wichtigen zentralen Standorten. Das jeweils von beiden Netzbetreibern,VF und T-Mobile.
Aber zu deinen Thema, floogie008 hats schon geschrieben, mit einer stark bündelne Antenne SLP17 o.ä. und eventuell wenn in der Gegenrichtung noch ein Mast vorhanden ist, den anpeilen.
Deinen Box hast du nicht zufällig neben anderen Sender (z.B.Dect-SchnurlosTelefon)stehen?
Gruß
apfelschorle32
20.05.2008, 20:54
Erst mal danke für eure Antworten. Ich werde es mal mit der Richtantenne von einem Bekannten ausprobieren. In der Nähe der Box befindet sich zwar eine DVB-T-Antenne und ein DVB-S-Switch. Ich glaube aber kaum das das die Störenfaktoren sind. Ansonsten befindet sich etwa 500m entfernt ein Siloturm mit Antennen für 2m- und 4m Bandfunkgeräte. Aber der ist doch zu weit entfernt, oder?
2m- und 4m Bandfunkgeräte
Die Frequenzen sind auch komplett verschieden, das stört bestimmt nicht.
@apfelschorle32,
haben die von der Service-Hotline wirklich gesagt, daß Störsender vorhanden "sind" oder "sein könnten"?
Ist T-Mobile bzw. T-Com bekannt, daß in der dortigen Region tatsächlich dermaßen massive Störungen vorkommen, haben beide als Netzbetreiber dafür zu sorgen, daß diese Störsender schleunigst außer Betrieb gesetzt werden. Für das Orten solcher Sender ist der Funkmeßdienst zuständig.
Aber eine andere Frage: welchen Datentarif nutzt Du denn mit Deiner Box IV?
Frag doch mal bei der Service-Hotline nach, ob Deine SIM im T-Mobile-System überhaupt für maximale Geschwindigkeiten freigeschaltet ist... Natürlich wirst Du bei 7.2 Mbit/s HSDPA wohl niemals durchgängig volle 6.000 kbit/s erreichen, aber um die 5.000 sollten schon erreichbar sein, wenn nicht gerade die Zellen voll sind.
Die einzige Einschränkung per Sim Karte sind Drosselung auf UMTS 384kbs (gabs/gibt extra Tarif für 5 Euro/Monat weniger.) Wie schon geschrieben ich halte ich die 7,2Mbs eher noch für unwahrscheinlich ausser du wohnst in Friedrichshafen T-City oder Frankfurt Main oder Bonn ;-)
für mich siehts eher wie ein typischer 1,8Mbs T-Mobile Mast aus. VF ist da (leider für T-Mobile Kunden) weiter, hier ist eher 3,6Mbs die Regel.
Gruß
apfelschorle32
21.05.2008, 22:28
Ich habe den Datentarif web'n'walk@100. Heute habe ich es mit der Richtantenne vom Bekannten ausprobiert. Dabei hat sich bei den Geschwindigkeiten nichts geändert. Egal in welche Richtung man die Antenne hielt, am Ende kamen immer 1300 kbit/s (DL) und 650 kbit/s (UL) heraus. Auch der Ping blieb hoch (918 ms). Die Signalstärke wurde allerdings mit 1-2 Balken deutlich geringer. Morgen werde ich es versuchen nach der freigegebenen Geschwindigkeit für meine SIM-Karte beim Kundendienst zu fragen.
Ist die Antenne auch wirklich für UMTS, wenn das so viel schlechter wird?
Egal in welche Richtung man die Antenne hielt, am Ende kamen immer 1300 kbit/s (DL) und 650 kbit/s (UL) heraus. Auch der Ping blieb hoch (918 ms). Die Signalstärke wurde allerdings mit 1-2 Balken deutlich geringer. Morgen werde ich es versuchen nach der freigegebenen Geschwindigkeit für meine SIM-Karte beim Kundendienst zu fragen.
Da kann irgendwas nicht stimmen. Kommt mir irgendwie so vor, als habe die externe Antenne überhaupt keinen korrekten Anschluß gehabt oder es war, wie @fs4000 auch schon vermutet hat, keine UMTS-Antenne. Ansonsten hätten die Werte - gerade bei einer Richtantenne - nicht rundum in alle Richtungen gleich sein können. Daß die Signalstärke dabei auch noch um 1-2 Balken geringer war, läßt ebenfalls einen nicht angepaßten Antennen-Typ vermuten.
Die empfangenen ca. 1300 kbit/s im Download sprechen weiterhin für eine Sendeleistung von 1.8 Mbit/s. 650 kbit/s Upload könnten allerdings ein Indiz dafür sein, daß man dort bereits auf 1.4 Mbit/s HSUPA umgestellt hat. Upload auf "reinem" UMTS kann grundsätzlich keine 650 kbit/s bringen. Die Umstellung auf HSDPA und HSUPA muß nicht zwangsläufig gleichzeitig erfolgen.
apfelschorle32
22.05.2008, 22:18
Heute habe ich mich informiert bei T-Mobile. Die sagten mir, dass wahrscheinlich Störsender vorhanden sind oder ich zu weit entfernt vom Sender bin (ca. 17km Luftlinie) und wollten am nächsten Mittwoch einen Techniker zum Überprüfen vor Ort schicken. Die UMTS-Zelle ist laut T-Mobile schon mit HSDPA/HSUPA mit 7,2 Mbit/s (DL) & 1,4 MBit/s (UL) aufgerüstet worden. Und die SIM-Karte soll auch die Maximalgeschwindigkeit unterstützen. Die Richtantenne habe ich wieder abgebaut und die interne Antenne eingeschaltet, damit die Signalstärke immerhin besser wird. Die Richtantenne ist für GSM, GPRS, EDGE und UMTS geeignet und hat ein 10m langes Kabel mit FME-Anschluss sowie ein passendes Adapterteil für die Box.
Die Richtantenne habe ich wieder abgebaut und die interne Antenne eingeschaltet, damit die Signalstärke immerhin besser wird. Die Richtantenne ist für GSM, GPRS, EDGE und UMTS geeignet und hat ein 10m langes Kabel mit FME-Anschluss sowie ein passendes Adapterteil für die Box.
Hört sich sehr interessant an, aber weiterhin auch ein wenig verwirrend.
Bei 17 km Luftlinie zum Sender ein Empfang in der von Dir beschriebenen Qualität wäre ein absolutes Novum! Da MUSS irgendwo wahrscheinlich noch ein anderer Sender versteckt sein. Daß die Richtantenne nichts gebracht hat, verwundert mich immer noch sehr. Offenbar war sie ja für UMTS geeignet. 10 m Kabel können natürlich (je nach Qualität) ein erhebliches Maß an Dämpfung verursachen, aber es müßte immer noch was 'rauskommen. Welche Leistung ist denn für die Antenne angegeben (dBi)? Oder hat die Box IV evtl. einen verborgenen Schalter, mit dem man von interner auf externe Antenne umschalten muß?
Na, am Mittwoch wirst Du dann ja hoffentlich mehr erfahren. Bei der von Dir genannten Empfangsstärke nur mit der internen Antenne bin ich eigentlich sehr zuversichtlich, daß es mit korrekt angeschlossener ext. Antenne noch bedeutend besser wird.
apfelschorle32
28.05.2008, 23:47
Moin!
Heute war der Techniker von T-Mobile bei mir, der Störquellen gemessen hat und keine finden konnte. Er begründete die niedrige HSDPA/HSUPA-Geschwindigkeit damit, dass ich am Rande des UMTS-Netzes wohne und somit nicht die volle Geschwindigkeit bekäme. Er meinte, dass ein näherer UMTS-Sender dazu nötig wäre. Da bliebe mir nur die Möglichkeit zu warten bis UMTS flächendeckend verfügbar sei.
@apfelschorle32,
Also wenn nun wirklich keine Störquellen da sind und Du nur mit der eingebauten Antenne schon diese relativ guten Werte erreichst, MUSS eine korrekt angeschlossene hochwertige UMTS-Antenne auf jeden Fall eine bedeutend höhere Leistung bringen.
Dann aber auf jeden Fall das Antennenkabel so kurz wie möglich halten, da jeder unnötige Meter die Leistung dämpft. Nimmst Du dann gleich ein sehr dämpfungsarmes Kabel (z.B. Ecoflex 15), hast Du nochmal etwas Leistungsgewinn. Müßte schon mit dem Teufel zugehen, wenn da nicht mehr rauszuholen ist.
Schreibe einfach mal an den Antennenfachmann:
Ludger Wanning, email@luwatek.de
Der bietet sehr leistungsstarke und hochwertige Antennen und fertigt Dir auch die Kabel in jeder gewünschten Länge an.
... Oder hat die Box IV evtl. einen verborgenen Schalter, mit dem man von interner auf externe Antenne umschalten muß? Ja, hat sie! Der ist aber durchaus nicht verborgen sondern befindet sich direkt neben dem Antenneneingang. :D
Ich habe aber keine Ahnung ob man die Box aus-/einschalten muß wenn man umschaltet.
Siehe auch hier:
http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?p=97802#post97802
Die viel propagierte Aufrüstung der T-Mobile-Sender auf die nächsten Ausbaustufen 3.6 Mbit/s bzw. 7.2 Mbit/s erweist sich in zahlreichen Orten leider als vollkommen wirkungslos.
Folgende Gründe wurden mir heute von einem T-Mobile-Fachmann genannt:
Die Umrüstung auf neue Hardware war sowieso in diesem Jahr fällig. T-Mobile ersetzt regelmäßig veraltete Hardware gegen neue. Die neue Hardware-Version beherrscht grundsätzlich sowohl HSDPA mit den zwei Stufen 3.6 und 7.2 Mbit/s als auch HSUPA mit 1.42 bzw. 2.0 Mbit/s.
Warum merkt der Kunde nichts davon?
Ausschlaggebend für die eigentliche Übertragungsgeschwindigkeit ist in den allermeisten Fällen die Auslastung der jeweiligen Funkzellen. An der Auslastung ändert sich durch den Hardware-Tausch zunächst überhaupt nichts. Die Last könnte zwar bei real höheren Geschwindigkeiten drastisch abgebaut werden, was in der Praxis aber leider nicht passiert. Grund: Die Anbindung an das Festnetz der Telekom war schon vorher in vielen Fällen zu knapp bemessen. In den allermeisten Fällen hätte hier also gleichzeitig aufgerüstet werden müssen, was aber nicht geschah. Ergebnis: Trotz neuester Sende- und Empfangstechnik ist - zumindest im Download-Bereich - in der Praxis vorerst mit keinen spürbar höheren Geschwindigkeiten zu rechnen. Lediglich beim Upload werden die Übertragungsraten gering ansteigen (von bisher max. 384 kbit/s auf ca. 550-600 kbit/s).
Fazit in meinem Wohnort:
Die Aufrüstung der neuen Technik ist abgeschlossen. HSDPA und HSUPA wären "in der Regel" mit dem von T-Mobile propagierten Maximal-Tempo möglich, da auch meine Datenkarte bereits beide "neuen" Standards beherrscht. Tatsächlich hat sich aber beim Download nichts verändert: Datenrate weiterhin zwischen 1.300 und 1.400 kbit/s. Nur beim Upload habe ich jetzt ca. 550 kbit/s.
Wann erfolgen denn die notwendigen zusätzlichen Netz-Anschlüsse?
Da wird man sich zunächst auf die Ballungsgebiete konzentieren. Es ist lt. T-Mobile immer eine Abwägung, ob solche teuren Investitionen rentabel sind. Für meinen Wohnort konnte man mir nicht sagen, ob dies noch in diesem Jahr erfolgt. Ob nächstes Jahr, sei auch nicht unbedingt sicher...
Fazit:
Dumm gelaufen, T-Mobile!
Bisher war eine Download-Bitrate von "bis zu" 1.8 Mbit/s möglich, demnächst "bis zu" 3.6 oder gar 7.2 Mbit/s. - In der Realität ändert sich aber vorerst überhaupt nichts !!!
So verärgert man ganz bewußt seine treuen Kunden!
Und übrige Interessenten werden sich so ihre Gedanken machen...
Besonders für Geschäftskunden ist das seltsame Verhalten von T-Mobile absolut unberechenbar.
Ah jaa,das erklärt einiges. Da ist der Flaschenhals also die Anbindung und nicht der viel gescholtene "Funkweg", na toll :-(
Gruß
So ist es. Selbst bei der ersten Aufrüstung von "reinem" UMTS auf HSDPA 1.8 Mbit/s hätte man schon an vielen Sendern die Netzanbindung anpassen und vielleicht auch ein wenig auf "Zuwachs" einrichten müssen. Auch darauf hat man in vielen Fällen offenbar verzichtet.
Jetzt hat man einerseits mit dem bundesweiten Ausbau von EDGE, andererseits auch über die neu eingeführte 10-GB-Flatrate und die Vertriebspartnerschaft mit MobiAir zahlreiche neue Kunden gewonnen und wundert sich plötzlich über ausgelastete Funkzellen...
Am Ende wird dann wahrscheinlich der Sub-Unternehmer den "schwarzen Peter" haben, der nicht schnell genug die dringend erforderlichen zusätzlichen Leitungen legen kann.
vBulletin® v3.8.4, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.