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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : EU: Eine Milliarde für den Breitbandausbau


Flora
28.01.2009, 14:55
Die Europäische Kommission hat heute Vorschläge für Investitionen in wichtige Infrastrukturen vorgelegt. Neben umfangreichen Maßnahmen zur Stärkung Europas angesichts des Gasstreites zwischen Russland und der Ukraine soll die europäische Wirtschaft angekurbelt werden, indem ländliche Gemeinden an die Datenautobahnen angebunden werden. Das Maßnahmenpaket soll allen Mitgliedstaaten gleichermaßen zugute kommen.

Ausbau und Modernisierung der Internet-Infrastrukturen sind eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Notwendigkeit. Im Paket enthalten sind Maßnahmen zum Ausbau und zur Modernisierung von Internetanschlüssen in ländlichen Gebieten: Über den EU-Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums sollen Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro zur Tilgung "weißer Flecken" auf der europäischen Breitband-Landkarte bereitgestellt werden. Die Auswirkungen für die europäische Wirtschaft sind positiv: Neben dem Schutz und Ausbau von Arbeitsplätzen vor Ort werden europäische Hersteller wie beispielsweise Siemens, Ericsson, Nokia und Alcatel-Lucent ebenso gestützt wie Jobs bei den Providern.

Gemäß dem Europäischen Konjunkturprogramm sollen die Breitbandnetze so ausgebaut werden, dass bis zum Jahr 2010 eine hundertprozentige Abdeckung erreicht wird. Bei der Breibandanbindung ländlicher Gebiete können sich jedoch stets Probleme ergeben, und diese Gefahr ist umso größer, wenn Investitionen spärlicher fließen, was direkte soziale und wirtschaftliche Auswirkungen nach sich zieht. Daher hält es die EU-Kommission für angebracht, dieses Projekt auf ländliche Gebiete zu konzentrieren – und durch Rückgriff auf die bestehenden Instrumente zur Förderung der ländlichen Entwicklung wird es möglich sein, rasch konkret tätig zu werden. Die Mittel sollen bestehende Breitbandförderprogramme ergänzen. Die Auswahl der konkreten Projekte erfolgt nicht zentral durch die EU, sondern in den Mitgliedsstaaten. Nach Informationen der Zeitung Handelsblatt wird der deutsche Anteil 88 Millionen Euro betragen.

Die EU-Kommission hatte Ende letzten Jahres die Vorschläge für ein europaweites Konjunkturprogramm angekündigt. Unter den fünf Milliarden Euro für Infrastrukturen sollten auch gezielte Investitionen in den Breitbandausbau geplant werden (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=11690). Eine Übersicht aus der IDATE Study "Broadband Coverage in Europe 2008" zeigt (Grafik im Anhang) nicht nur die üblichen Rankings der EU-Staaten, sondern auch, wie unterschiedlich die Verfügbarkeit in den städtischen (urban), umländischen (suburban) und ländlichen (rural) Gebieten in den 27 Staaten der EU zuzüglich Norwegen und Island ist. Und das ist teilweise verdammt bitter...

scythe-man
28.01.2009, 23:40
Ich gebe zu bei diesen ganzen politischen Zeug sehe ich vorne und hinten nicht durch

ABER

wenn jetzt in denn nächsten Jahren wirklich diese ganzen summen hauptsächlich für die "Weißen Flecken" eingesetzt werden sollen besteht ja doch noch ne kleine Hoffnung für mich

Wegen falls hört sich das ganze viel optimistischer an als die vorhersagen der letzten Jahren

Mann hat es halt schwer im ländlichen Raum ^^


mfg. Scythe-man

Debugger73
29.01.2009, 08:32
Wobei man davon ausgehen kann, das der Löwenanteil
von der Milliarde im Wasserkopf der EU versickert. Da kommt wohl nur ein Bruchteil davon für eine effiziente Breitbandversorgung an. Na wenigstens sichert man damit
ein paar Jobs.:D

Flora
29.01.2009, 09:38
Wobei man davon ausgehen kann, das der Löwenanteil von der Milliarde im Wasserkopf der EU versickert.Von einer Milliarde? Das ist ein unsinniges Stereotyp, das sich schon von selbst durch die immense Größe des Betrages widerlegt, erst recht aber, wenn man sich mit den Verfahrensregeln beschäftigt. Von den 88 Millionen, die wie beschrieben der Anteil für Deutschland sind, könnte ich mir allenfalls vorstellen, dass ein geringer Anteil irgendwo auf Bundesländerebene oder Kommunalebene (denn die Länder erhalten das Geld, auf Bundesebene ist dies nur ein Durchlaufposten, und die kommunalen Gebietskörperschaften reichen es nach Maßgabe der im jeweiligen Bundesland festgelegten Spielregeln aus) für diesbezügliche Verwaltungsaufgaben hängen bleibt. Aber auch das scheint mir eher unwahrscheinlich. Denn wie im Eingangsbeitrag geschrieben, die Beanspruchung und Verteilung des Geldes von Brüssel bis zur Kommune erfolgt im Rahmen bestehender Systeme zur Förderung des ländlichen Raums.

Diese EU-Förderung plus der bisher eingesetzten Fördergelder (vor allem die GAK-Förderung (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=9222)) sind aber wenig im Vergleich zu den Milliarden, über die im Zusammenhang mit der aus dem Konjunkturpaket II zu finanzierenden Breitbandförderung gerade bei der Bundesregierung verhandelt wird. Dennoch: Jeder einzelne Euro zur Förderung des Breitbandausbaus ist selbstverständlich gut.

Debugger73
29.01.2009, 11:46
Aus meiner Sicht schließt "der Wasserkopf" die Kommunalebene mit ein bis hin zu den Providern,
die für die Umsetzung Sorge tragen.

Aber ich will den Thread nicht schlecht machen. Natürlich
begrüße ich auch jede Maßnahme für den Breitbandausbau.

Flora
16.02.2009, 09:00
Rechtzeitig vor dem Treffen der 27 EU-Telekommunikationsminister in Prag am 17. Februar fordert die EU-Kommission die schnelle Freigabe europäischer Fördermittel für den Ausbau von Breitband. "Schnelle Internetverbindungen für alle Bürger und Unternehmen sind die richtige Antwort auf die Finanz-und Wirtschaftskrise", sagte die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reading dem Handelsblatt (http://www.handelsblatt.com/politik/international/bruessel-will-schnelles-web-foerdern;2156251). Das Paket liegt derzeit auf Eis. Die EU-Kommission erhält bislang keine Zustimmung von der Mehrheit der Mitgliedsstaaten. Hauptblockierer scheint Deutschland zu sein. Reding fordert nun, dass die deutsche Bundesregierung und die Bundesländer gemeinsam mit der Brüsseler EU-Kommission dafür sorgen, noch 2009 Gelder für den Breitbndausbau freizugeben.

Flora
17.03.2009, 23:19
Quid pro quo: Wie die Financial Times Deutschland (http://www.ftd.de/technik/it_telekommunikation/:Schnelles-Internet-Merkel-trommelt-f%FCr-die-Telekom/488769.html?nv=cd-rss1210) (FTD) exklusiv berichtet, macht die Bundesregierung ihre Zustimmung zum fünf Milliarden Euro-Konjunkturpaket der EU abhängig von der Lockerung der Regulierungsvorgaben für die Deutsche Telekom. Demnach soll die Telekom mehr Möglichkeiten erhalten, beispielsweise einzelne Wettbewerber am Investitionsrisiko zu beteiligen. Andere Wettbewerber würden am Netzzugang komplett gehindert, was diesen kaum gefallen dürfte. Ein Regierungssprecher sagte laut FTD, es gehe nicht darum, den ehemaligen Monopolisten zu bevorzugen, sondern um Ausnahmen für alle Firmen, die Breitband im ländlichen Raum ausbauen.

Nenunikat
18.03.2009, 13:09
Mit diesem Vorstoß - so wie er sich in der FTD liest - ist eine große Gefahr der Monopolisierung gegeben.
Genauer gesagt, einem Monopol-Erhalt für ländliche bestimmte Gebiete.
Denn hier kann die Telekom dann ja auch von ihren Konkurrenten problemlos Mondpreise verlangen.
Wenn sie dabei - wie es bisher ja schon bei Glasfaser-Mischbauten (also FTTC und FTTB/FTTD in einem Orstnetz nebeneinander) passiert, nur unvollständig ausbaut, dann sind die restlichen Anschlüsse ggf. bis zum St. Nimmerleinstag vom schnellen Internet ausgeschlossen. Denn dort lohnt sich dann für keinen Telekom-Konkurrenten mehr, die verbliebenen Haushalte zu versorgen. So ist es ja heute schon in den beschriebenen Glasfaser-Teilausbauten so.
Niemand (außer eventuell den Telekom-Konkurrenten und Leuten mit bestimmten Ansichten) hat etwas dagegen, dass sich die Investition für die Telekom auch wirklich lohnen muss. Aber völlig freie Hand lassen, ohne irgend eine Einschränkung und Kontrolle - wo soll das hinführen?
Zum bleibenden Monopol für ländliche Gebiete?
Werden hier die in Verbindung mit dem VDSL-Ausbau der Telekom gemachten Probleme/Fehler/Telekom-Bevorzugungen wiederholt?
Diese Pressemeldung hört sich überhaupt nicht gut an ...

Daride99
18.03.2009, 17:48
Hallo,

das was Flora da schreibt hat mir genauso auch gestern Abend eine Abteilungsleiter der Telekom gesagt.

Für die Telekom ist dass eine ganz klare und wirtschaftlich harte Kosten-Nutzen-Frage , ob stärkere Leitungen verlegt werden oder nicht. Es hängt auch davon ab, wieviele Anwohner einen Vertrag mit dem Versorger abschließen. Diese Sichtweise ist aus der Betrachtung eines Unternehmens sicherlich verständlich, bringt uns aber leider nicht besonders weiter.

Das traurige bei dem ganzen Thema ist nur das die Endnutzer bereits den teuren DSL Anschluss zahlen, aber nur einen DSL Light Anschluss gestellt bekommen.

Hier müßte reguliert werden bzw. einmal die Relation betrachtet werden.

Laut Aussage lohnt die Investition gerade in den ländlichen Gebieten nicht, da dort ja bereits alle einen teuren DSL plus ISDN Vertrag haben, es aber zu keinen Neu-Verträgen kommen kann

Das nenne ich mal eine tolle Politik, frei nach dem Motto, wir machen das alles so lange bis gar keiner mehr den Durchblick hat.................

Na dann mal "mehr" als gute Nacht.

So long

Der Daride

Flora
18.03.2009, 17:55
Diese Pressemeldung hört sich überhaupt nicht gut an ...Das findet der Wettbewerberverband VATM auch und poltert wieder los: Europäische Doppelstrategie der Bundesregierung gefährdet gesamten Glasfaserausbau in Deutschland (http://www.it-times.de/news/pressemitteilung/datum/2009/03/18/vatm-keine-ausnahme-fuer-neue-telekom-monopole/). Ein Ausbau, bei dem sich die VATM-Unternehmen überschlagen... Es ist aber auch ein Kreuz, nenunikat: Manchmal kann man sich leider nicht aussuchen, mit wem man im selben Abteil reist, oder? :cool:

Nenunikat
18.03.2009, 21:46
...
Für die Telekom ist dass eine ganz klare und wirtschaftlich harte Kosten-Nutzen-Frage , ob stärkere Leitungen verlegt werden oder nicht. Es hängt auch davon ab, wieviele Anwohner einen Vertrag mit dem Versorger abschließen. Diese Sichtweise ist aus der Betrachtung eines Unternehmens sicherlich verständlich, bringt uns aber leider nicht besonders weiter.
...

Deswegen wäre ja durchaus verständlich und zu akzeptieren, wenn die Investitionsbedingungen so geändert werden, dass sich auch in den weniger lukrativen Gebieten das Investieren lohnt. Entsprechend erhöhte Gebühren bzw. Investitionsrisiko-Aufschläge für mitnutzende Telekom-Konkurrenten sind nicht zu bemängeln.
Der Haken - und somit das Problem - liegt an der völligen Freigabe dieser Zuschläge. So liest sich das Ganze ja in dem Artikel der FTD. Das ist der problematische Kern.
Die Telekom und die Konkurrenten sollen selber verhandeln.
Wenn den Telekom-Konkurrenten die Bedingungen (sprich Kosten für die Nutzungen) nicht passen, bleiben sie draußen.
Sollten die von der Telekom geforderten Kosten so hoch sein, dass die Telekom-Konkurrenten absagen müssen, dann
ist es in den betroffenen Gebieten mit der Chance auf einen Markt genauso vorbei, wie mit der Chance auf vernünftige Angebote für die Kunden in den betreffenden Gebiet. An der Telekom kommen die Kunden ja dann einfach nicht vorbei.
Parallelinstallationen machen in den ländlichen Gebieten genausowenig Sinn, wie das Erschließen weniger, übrig gebliebener Kunden.

...
Das traurige bei dem ganzen Thema ist nur das die Endnutzer bereits den teuren DSL Anschluss zahlen, aber nur einen DSL Light Anschluss gestellt bekommen.
...

Oder sie bezahlen doppelt und dreifach und bekommen nur einen Analog-Anschluss bzw. ISDN. Ohne Aussicht auf Änderung.
Dieser neuerliche Vorstoß der Bunderegierung verbessert die Chancen auf einen bezahlbaren Breitbandanschluss in keiner Weise.

...
Laut Aussage lohnt die Investition gerade in den ländlichen Gebieten nicht, da dort ja bereits alle einen teuren DSL plus ISDN Vertrag haben, es aber zu keinen Neu-Verträgen kommen kann
...

Ich weiß nicht, wer solche Aussagen macht.
Im der Reaität hat so eine Aussage stellenweise nichts zu tun.
Denn es gibt in den ländlichen Gebieten immer noch genug Kunden, die von einem DSL-Anschluss gerade mal träumen dürfen (mich eingeschlossen).

...
Es ist aber auch ein Kreuz, nenunikat: Manchmal kann man sich leider nicht aussuchen, mit wem man im selben Abteil reist, oder? :cool:
Mir kommt es nicht darauf an, unbedingt mit einem ganz bestimmten Anbieter "reisen" zu müssen.
Bei einem vernünftigen Angebot ist auch die Telekom interessant.
Die Vorgehensweise, welcher der FTD-Artikel beschreibt, stellt aber die Frage, ob man nicht eventuell wieder am "Bahnsteig" zurückgelassen wird (durch einen schon selbst erlebten Teilausbau) oder ob man vielleicht für die "Fahrkarte" so viel bezahlen muss, dass man sich fragt, ob man sich das leisten kann und soll ...

Flora
19.03.2009, 14:36
Regulierungserleichterungen für die Deutsche Telekom? ""Inakzeptabel" heißt es dazu bei den TV-Kabelnetzanbietern (http://www.ftd.de/technik/it_telekommunikation/:Netzregulierung-Kabelchefs-verb%FCnden-sich-gegen-Telekom/489287.html?nv=cd-rss1210).

Flora
21.03.2009, 18:30
Ihre Vorstellungen hat die Bundeskanzlerin bei Treffen der Staats- und Regierungschefs durchgezogen und durchsetzen können, die Wettbewerber dürften maulig sein:Eingedenk der Risiken für die investierenden Unternehmen sollten effiziente Investitionen und Innovationen im Bereich neuer und verbesserter Infrastrukturen gefördert werden. Um das Investitionsrisiko breiter zu streuen, sollten unterschiedliche Kooperationsvereinbarungen zwischen Investoren und zugangsinteressierten Parteien erlaubt sein, wobei sicherzustellen ist, dass die Wettbewerbsstruktur des gesamten Marktes sowie der Grundsatz der Nichtdiskriminierung gewahrt bleiben. In diesem Zusammenhang fordert der Europäische Rat die Kommission auf, bis Ende 2009 in enger Zusammenarbeit mit beteiligten Akteuren eine europäische Breitbandstrategie zu entwickeln. (http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=DOC/09/1&format=PDF&aged=0&language=DE&guiLanguage=fr)In der Bewertung des Kanzleramtes liest sich dies so:Die Kanzlerin hatte bei den Verhandlungen Wert darauf gelegt, dass die Wettbewerbsregelungen beim Ausbau der Breitbandtechnologie für schnelles Internet im ländlichen Raum gelockert werden. Die mit den Investitionen verbundenen Risiken können nunmehr werden zwischen den Unternehmen, die in die Netze investieren und jenen, die sie nutzen. "Das ist mehr wert als manches Konjunkturprogramm", hatte sie sich bereits im Vorfeld des Gipfels überzeugt gezeigt. (http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2009/03/2009-03-20-eu-abschluss.html)Von seiten der EU-Kommission heißt es dazu, dass die Risikoteilung beim Ausbau kein Problem darstelle. Schwierig sei es, wenn sich dadurch aber Oligopole herausbildeten, die Dritten den Netzzugang verwehrten. Der passus der Nichtdiskriminierung soll dies vermeiden helfen.

Nenunikat
21.03.2009, 23:42
...
Von seiten der EU-Kommission heißt es dazu, dass die Risikoteilung beim Ausbau kein Problem darstelle. Schwierig sei es, wenn sich dadurch aber Oligopole herausbildeten, die Dritten den Netzzugang verwehrten. Der passus der Nichtdiskriminierung soll dies vermeiden helfen.
Wenn der Passus der Nichtdiskriminierung wirkt, also mit den neuen Regeln keine Konkurrenten aus größeren Gebieten getrieben werden, dann wäre es ja in Ordnung ...

Flora
23.03.2009, 14:21
Milch statt DSL: Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner weiß Prioritäten zu setzen... Eine Milliarde Euro soll in die Entwicklung des ländlichen Raums fließen, vor allem in dem Ausbau schneller Datenverbindungen. Deutschland erhält auf diesem Weg 90 Millionen Euro. Aigner zufolge soll das für Deutschland vorgesehen Geld in erster Linie den Bauern zugute kommen statt dem Ausbau der Breitband-Internetverbindungen. (tagesschau.de (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/milchbauern112.html))

alle9ne
23.03.2009, 16:01
Recht so! Fördert Milch doch die Gesundheit, DSL dagegen fördert nur die soziale Vereinsamung und vernebelt mit seinen virtuellen Welten nur den Blick auf die Realität. :D
Da habe ich als kein-DSL-Haber ja noch mal Glück gehabt.

Gruß

Nenunikat
23.03.2009, 19:50
Da habe ich als kein-DSL-Haber ja noch mal Glück gehabt.
Gruß
Tja, wir kein-DSL-Haber leben eben gesund, da wir auf Grund der geringen Bandbreite immer Zeit für Muse haben.
Na dann, auf ein Glas Milch ... :D
(... zumal ja bekanntermaßen viel zu wenig Milch produziert wird :D )

Flora
26.03.2009, 08:56
Milch statt DSL: Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner weiß Prioritäten zu setzen...Eine Milliarde Euro soll in die Entwicklung des ländlichen Raums fließen, vor allem in dem Ausbau schneller Datenverbindungen. Deutschland erhält auf diesem Weg 90 Millionen Euro. Aigner zufolge soll das für Deutschland vorgesehen Geld in erster Linie den Bauern zugute kommen statt dem Ausbau der Breitband-Internetverbindungen. (tagesschau.de (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/milchbauern112.html)) Im Bundeslandwirtschaftsministerium pflegt man einen sehr eigentümlichen Humor: Eben noch hat man eine neue Verwendung von Mitteln gefunden, die ursprünglich mit dem Breitbandausbau in Zusammenhang gebracht wurden. Nun werden die Bundesländer kritisiert, dass ihre Breitbandförderprogramme zu umständlich seien. In dem CSU-geführten Ministerium schaut man dem Volk sehr aufs Maul. Doch Kritisieren ist leichter als Konsequenzen zu ziehen. Beispiel Bayern: Wenn die Kritik des CSU-Ministeriums ernst genommen werden soll dürfte man doch wohl erwarten, dass für das bayerische Förderprogramm längst Konsequenzen aus der öffentlichen Kritik an der Förderung (http://www.bay-gemeindetag.de/information/pressemitteilung/2009/pm142009_breitband_foerderverfahren.pdf) und der Auswirkungen aufs Wahlergebnis (http://www.bundestag.de/dasparlament/2009/09/MenschenMeinungen/23656222.html) zu konkreten Konsequenzen und nicht zur reinen Ankündigungspolitik (http://www.kein-dsl.de/forum/showpost.php?p=105618&postcount=8) geführt hätten. Da wird nicht nur die Milch im Euter sauer.

Nenunikat
26.03.2009, 12:30
Im Bundeslandwirtschaftsministerium pflegt man einen sehr eigentümlichen Humor: Eben noch hat man eine neue Verwendung von Mitteln gefunden, die ursprünglich mit dem Breitbandausbau in Zusammenhang gebracht wurden.
...
Nun werden die Bundesländer kritisiert, dass ihre Breitbandförderprogramme zu umständlich seien
...
Da wird nicht nur die Milch im Euter sauer.

Das nenn ich mal konsequente Politik:
Zuerst auf den TK-Markt setzen, obwohl man schon seit Jahren sehen kann, dass der bestimmte Regionen einfach links liegen lässt.
Dann einen Breitbandausbau bis Ende 2010 ankündigen, obwohl man (die Bundesregierung und die EU) nicht selber ausbaut, sondern immer noch die TK-Unternehmen und die ihre Gründe hatten, bisher nicht vollständig auszubauen
Nun konnten erneute Regulierungsferien für die Telekom bei der EU scheinbar auch nicht durchgesetzt werden. Damit wird sich die Telekom in ihrem Handeln wohl auch nicht groß ändern.
Zudem zweigt man noch für den Breitbandausbau vorgesehe Mittel dafür ab, dass noch mehr überschüssige Milch produziert wird.
Und zum Schluß schiebt man das Ganze dann einfach auf die Bundesländer.
Anfragen bei der Telekom, wann den nun ausgebaut werden, ergeben dann folgerichtig nur ein Ergebnis:
Keine Aussicht.
...
Nun fragt sich eigentlich, wer am Ende mehr sauer sein dürfte:
Die Milch im Euter, oder die vom Zwangs-Schmalband betroffenen Kunden ...
...
Werde ich unter Naturschutz gestellt, wenn ich 2018 immer noch mit ISDN rumsurfen muss? :D

Daride99
26.03.2009, 12:41
Hier mal eine Antwort der Bundenetzagentur zum Thema Breitbandausbau, viel Spaß beim lesen, ist sehr allgemein gehalten:

Verbraucherservice der Bundesnetzagentur

Sehr geehrter Herr ** Daride99 ** ,

vielen Dank für Ihre E-Mail, mit der Sie beklagen, dass der ländliche Raum nicht - oder nur ungenügend - mit breitbandigen Internet-Anschlüssen (insbesondere DSL) versorgt sei.

Sie möchten in Erfahrung bringen, ob Ihre Wohngegend/Gemeinde mit breitbandigen Internetanschlüssen, bzw. mit einer besseren Übertragungsrate versorgt werde, und wann Sie ggf. damit rechnen können. Nach Ihren Angaben sei an Ihrem Wohnort zwar eine DSL-Versorgung gegeben, die Anschlüsse seien aber nicht in ausreichender Anzahl, oder nur mit geringer Datenrate vorhanden. Die DTAG plane nach Ihren Informationen derzeit keinen Ausbau der DSL-Versorgung. Dadurch fühlen Sie sich benachteiligt. Sie möchten wissen, wo Sie sich über den Ausbaustand Ihrer Gemeinde oder Ihrer Region informieren können. Außerdem möchten Sie wissen, ob Gemeinden Bundes- oder Landesfördermittel für eine Versorgung in ländlichen Gebieten erhalten können.

Das Angebot von breitbandigen Internet-Anschlüssen unterliegt gemäß §§78 ff. des Telekommunikationsgesetzes (TKG) nicht den Bestimmungen der Grundversorgung (Universaldienst). Damit ist kein Anbieter verpflichtet, Endkunden mit breitbandigen Internet-Anschlüssen (z.B. DSL) zu versorgen.

Die Bundesnetzagentur hat daher keine Handhabe, Unternehmen zu zwingen, breitbandige Anschlüsse flächendeckend anzubieten. Alle Anbieter auf dem Breitbandanschlussmarkt sind als privatwirtschaftlich agierende Unternehmen anzusehen. Die Entscheidung darüber, in welchen Regionen zu welchem Zeitpunkt Endkunden breitbandige Internetanschlüsse angeboten werden, obliegt den Unternehmen. Dabei ist zu erwähnen, dass alle Anbieter im Wettbewerb die Möglichkeit haben, eine Versorgung mit eigenen breitbandigen Anschlüssen oder über gemietete Leistungen vorzunehmen.
Die Verfügbarkeit von kabelgebundenen DSL-Technologien kann individuell von den örtlichen und qualitativen Gegebenheiten der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) abhängen. Aus den Gegebenheiten der TAL ergibt sich eine mögliche Reichweite, die beim Kupferkabel im Wesentlichen von der Kabellänge und dem Aderndurchmesser abhängt. Als Faustformel lässt sich angeben, dass ein ADSL-Anschluss mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 6000 kBit/s nur bei Leitungslängen bis ca. 1,5 - 2 Km sinnvoll realisiert werden kann. 2000 kBit/s sind bis 3 Km und 1000 kBit/s bis 3,5 - 4 Km realisierbar. Ein "DSL-Light"-Anschluss mit nur 384 kBit/s hat seine Grenzen bei ca. 5 - 6 Km Leitungslänge. Die DSL-Versorgung von Teilnehmeranschlüssen, die mehr als 5 - 6 Km von der Vermittlungsstelle entfernt sind, erfordert die Einbringung zusätzlicher Netzkomponenten (Outdoor-DSLAM). Diese werden in Kabelverzweigern in der Nähe der zu versorgenden Anschlüsse untergebracht und müssen über Glasfaseranschlüsse an die Vermittlungsstelle angebunden werden. Der Netzbetreiber, der als privatwirtschaftlich agierendes Unternehmen anzusehen ist, entscheidet bei diesen Maßnahmen, die mit hohen Investitionen verbunden sein können, ob überhaupt, zu welchem Zeitpunkt und in welchen Regionen das Netz ausgebaut wird.

Mir sind die Gegebenheiten bei Ihnen vor Ort nicht bekannt. Wie bereits erwähnt entscheidet derzeit das jeweilige Unternehmen darüber, und in welchen Regionen breitbandige Internetanschlüsse mit welcher Leistungsstufe angeboten werden.
In Anschlussbereichen, in denen DSL derzeit nur begrenzt verfügbar ist, kann es bei gleichzeitig steigender Nachfrage nach DSL-Anschlüssen natürlich vorkommen, dass eine Versorgung, die vor kurzem noch möglich war, aktuell nicht zu realisieren ist. Bei begrenzter Verfügbarkeit können alle Ressourcen belegt sein. Auch wenn sich dieses Problem möglicherweise durch eine Ausweitung der Kapazitäten (u. a. DSL-Ports) lösen ließe, so läge die Entscheidung darüber derzeit alleine bei den DSL-Anbietern, die die relevante Region versorgen.

Hintergründe über technische Funktionsweise, Nutzen und Verfügbarkeit von Breitbandtechnologien können Bürger und Unternehmen über die Internetseiten der Breitbandinitiative http://www.breitbandinitiative.de und über das Breitbandportal http://zukunft-breitband.de erhalten. Das Breitbandportal will mit dem "Breitbandatlas" einen Überblick über die "weißen Flecken" der Versorgung mit breitbandigen Anschlüssen verschaffen.

Informationen zu Förderungsmöglichkeiten können Sie auf der Internetseite http://zukunft-breitband.de/BBA/Navigation/foerderung.html finden, sowie zu kommunalen Lösungen in der Broschüre "Breitbandanbindungen von Kommunen", gemeinsam herausgegeben durch den Deutschen Städte- und Gemeindenbund sowie durch den VATM, einen Verband der Wettbewerbsunternehmen in der Telekommunikation. Hintergründe dazu erhalten Sie hier: http://www.dstgb.de/homepage/artikel/dokumentationen/nr_80_breitbandanbindung_von_kommunen/

Dennoch können derzeit rund 600 Gemeinden in Deutschland ihren Bürgern keinen Breitbandanschluss bieten, obwohl eine entsprechende Nachfrage besteht. Es handelt sich dabei meistens um dünn besiedelte ländliche Gebiete, die für die Breitband-Anbieter unrentabel sind. Die Bundesregierung ist bestrebt, auch für diese Kommunen deutliche Verbesserungen zu erreichen. Eine entsprechende Maßnahme besteht in einem verbesserten Informationsangebot, das Eigeninitiativen vor Ort unterstützen soll. Für die Gemeinden, die aufgrund ihrer besonders ungünstigen örtlichen Bedingungen auch auf längere Sicht nicht mit geeigneten Lösungen über den Markt rechnen können, ist an staatlichen Fördermöglichkeiten gedacht. Informationen dazu können Sie auf der folgenden Internetseite finden: http://zukunft-breitband.de/BBA/Navigation/foerderung.html
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Verbraucherservice
verbraucherservice@bnetza.de
http://www.bundesnetzagentur.de <http://www.bundesnetzagentur.de/>
26.03.2009

Flora
26.03.2009, 19:24
Im Bundeslandwirtschaftsministerium pflegt man einen sehr eigentümlichen Humor: Eben noch hat man eine neue Verwendung von Mitteln gefunden, die ursprünglich mit dem Breitbandausbau in Zusammenhang gebracht wurden. Nun werden die Bundesländer kritisiert, dass ihre Breitbandförderprogramme zu umständlich seien (http://de.news.yahoo.com/26/20090326/tbs-bund-kritisiert-breitband-ausbau-in-9806f5a.html).That's entertainment: Retourkutschen werden wir nun wohl noch einige Male zu lesen bekommen, nur den Namen des hier mecklenburg-vorpommerschen Ministers gilt es auszutauschen.

Minister Backhaus weist Kritik an mangelndem Engagement für Ausbau der Breitbandversorgung zurück (http://www.regierung-mv.de/cms2/Regierungsportal_prod/Regierungsportal/de/lm/index.jsp?&pid=12587). "Diese pauschale Einschätzung der Bundesregierung offenbart, dass man in Berlin nicht weiß, wo die tatsächlichen Probleme liegen", reagiert Dr. Backhaus und kritisiert seinerseits die mangelnde Koordinierung des Bundes. Zudem sei das Verfahren der Antragstellung hochkompliziert. Aber auch dies habe der Bund zu verantworten.

Nenunikat
26.03.2009, 20:03
Hier mal eine Antwort der Bundenetzagentur zum Thema Breitbandausbau, viel Spaß beim lesen, ist sehr allgemein gehalten
...

Auch wenn es etwas off-topic ist:
Was mir bei solchen Schreiben genauso auffällt, wie bei Äußerungen von Politikern und auch Führungsleuten der Telekom:
Fast immer wird das Breitband-Versorgungsproblem als ein Problem langer TALs hingestellt. Dass es aber immer noch genug Kunden gibt, die an nicht breitbandfähiger Glasfasertechnik hängen und deshalb kein Breitband bekommen, fällt immer öfters unter den Tisch. Gerade dort müsste Breitband oft noch am Ehesten möglich gemacht werden können. Aber dies passiert nicht.
...
Zu dem jetzt andeutenden Ping-Pong-Spiel zwischen dem Bundes-Verbraucher-Ministerium und Politikern aus den Bundesländern: Schuldzuweisungen alleine lösen das Problem nicht! Es müssten entsprechende Änderungen her, damit es keinen Grund mehr für dieses Ping-Pong-Spiel und für fehlendes Breitband mehr gibt. Aber - ob wird das noch erleben werden?
Ich bin skeptisch - bei den entsprechenden Politikern und bei der Lösung der Breitband-Versorgungsprobleme ...