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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Staatliche Grundversorgung sicherstellen: Grundsatzrede des Innenministers


adress
27.06.2010, 14:03
Passend zum 100. Geburtstag von Konrad Zuse hat Bundesinnenministerde Maizière am Dienstag dieser Woche in Berlin die Grundlagen für eine gemeinsame Netzpolitik formuliert. In seiner Grundsatzrede zeigte de Maizière die Rolle des Staates bei der weiteren Ausgestaltung des Internets auf und stellte anschließend 14 Thesen zur Diskussion. "Die Zeit des Staunens über das Internet und seine Wirkung ist vorbei", sagte de Maizière. Nun gelte es das Phänomen in seinem Facettenreichtum zu erfassen und Antworten auf dringende Fragen - vom Schutz der Privatsphäre über den Zugang zum Netz bis zur Datensicherheit - zu finden.

"Bei allem, was wir tun, müssen und wollen wir uns an den Grundwerten unserer Gesellschaft orientieren", betonte de Maizière zu Beginn seiner Rede. Der Einzelne solle frei, selbstbestimmt und eigenverantwortlich handeln - auch in der digitalen Welt. De Maizière plädierte dafür, der Anwendung und Durchsetzung bestehenden Rechts Vorrang vor neuer Gesetzgebung zu geben. Erstens seien viele Phänomene des Internets durch das bestehende Recht bereits zufriedenstellend geregelt. Zweitens könne unsere Rechtsordnung nicht sofort für jede technische Neuerung geändert werden.

Mit dem Regierungswechsel hat ein völlig anderer Ton in die Diskussion Einzug gehalten, als der enorm zugespitzte noch aus der ersten Jahreshälfte um die sog. Netzsperren. Nicht nur, dass die Zensur-Gesetzgebung ausgesetzt wurde, im Deutschen Bundestag wurde unter Beteiligung von Netzaktivisten und Bürgerrechtlern eine Enquetekommission zu Internet und Digitale Gesellschaft ("Internetenquete") (http://www.bundestag.de/internetenquete/index.jsp) eingesetzt. Die Frage ist nun, welche Rolle der Staat einnehmen soll. Der Bundesinnenminister macht diese an drei Funktionen fest:

- der Freiheits- und Ausgleichsfunktion
- der Schutz- und Gewährleistungsfunktion sowie
- der Angebots- und Innovationsfunktion

"Wir müssen zunächst einmal von einem Recht auf Persönlichkeitsentfaltung durch Kommunikation und soziale Teilhabe ausgehen", betonte de Maizière die Freiheitsgestaltung des Einzelnen. Klatsch und Tratsch im Internet seien erstmal nichts anderes als bei einem Kaffeekränzchen in der Offline-Welt. Wenn allerdings die Ausübung von Freiheitsrechten kollidieren, müsse der Staat im zivilrechtlichen Sinne eine Ausgleichsfunktion wahrnehmen. Anders als in der realen Welt werden Äußerungen im Internet nicht vergessen. "Ziel wäre ein Verfallsdatum, was ich an meine Daten anbringe", so der Bundesinnenminister. Die Kontrolle und Verfügungsgewalt über die eigenen Daten sei hier das entscheidende Stichwort. Unternehmen und Anbieter seien zudem gefordert, die Nutzung sicherer digitaler Identitäten voranzubringen.

Unter den 14 Thesen der bemerkenswerten Rede des Innenministers interessiert uns hier vor allem, was er zur Sicherstellung der technischen Basis angemessener Netzzugänge zu sagen hat. Da sieht de Maizière den Staat in der Verantwortung bei der Sicherstellung der Infrastruktur. "Das Internet muss für alle zugänglich sein und zuverlässig funktionieren", sagte er mit Blick auf die Bedeutung des Netzes für das Gemeinwesen. Aber auch die IT-Industrie und Diensteanbieter seien in der Pflicht, für mehr Sicherheit zu sorgen. In Hinblick auf das Innovationspotential des Internets betonte der Bundesinnenminister die Förderfunktion des Staates.

Die These zum Netzzugang auf der Diskussionsseite des Innenministeriums lautet dazu:

Staatliche Grundversorgung sicherstellen

Das Internet ist eine Basisinfrastruktur unseres Zusammenlebens geworden. Der Staat hat eine Verantwortung dafür, dass das Internet flächendeckend zur Verfügung steht und sichere Basisdienste bereitgestellt werden. Datensicherheit ist eine zentrale Herausforderung für die Zukunft. Bei der Wahl der regulatorischen Mittel und der Festlegung der konkreten Anforderungen sollte der Staat allerdings mit Augenmaß agieren, um die Innovation und Entwicklungsoffenheit des Internets nicht zu gefährden.

Die Thesen des Bundesinnenministers zur Netzpolitik sollen im Dialog mithilfe der Webseite http://www.e-konsultation.de/netzpolitik weiterentwickelt werden. Zur Beteiligung an der Diskussion besteht bis Freitag, 23. Juli die Möglichkeit, die einzelnen Thesen zu unterstützen (Pro) oder ihnen zu widersprechen (Contra). Wenn Ihre Meinung sich keiner Seite eindeutig zuordnen lässt, können Sie auch dazwischen (Neutral) votieren. Wenn Sie einen konkreten Vorschlag zu einer These haben, dann können Sie diese Handlungsempfehlung (Idee!) formulieren.

knalltüte
01.07.2010, 12:18
Na wer's zuerst?

Vielleicht bekommt Deutschland eine Spende aus Afrika oder so um die Sache so zu gestalten.


"Finland has become the first country in the world to make broadband a legal right for every citizen.

From 1 July every Finn will have the right to access to a 1Mbps (megabit per second) broadband connection.

Finland has vowed to connect everyone to a 100Mbps connection by 2015.

In the UK the government has promised a minimum connection of at least 2Mbps to all homes by 2012 but has stopped short of enshrining this as a right in law.

The Finnish deal means that from 1 July all telecommunications companies will be obliged to provide all residents with broadband lines that can run at a minimum 1Mbps speed.
Broadband commitment

Speaking to the BBC, Finland's communication minister Suvi Linden explained the thinking behind the legislation: "We considered the role of the internet in Finns everyday life. Internet services are no longer just for entertainment.

"Finland has worked hard to develop an information society and a couple of years ago we realised not everyone had access," she said.

It is believed up to 96% of the population are already online and that only about 4,000 homes still need connecting to comply with the law.

In the UK internet penetration stands at 73%.

The British government has agreed to provide everyone with a minimum 2Mbps broadband connection by 2012 but it is a commitment rather than a legally binding ruling.

"The UK has a universal service obligation which means virtually all communities will have broadband," said a spokesman for the Department for Culture, Media and Sport.

Making broadband a legal right could have implications for countries that plan tough action on illegal file-sharing.

Both the UK and France have said they may cut off or limit the internet connections of people who persistently download music or films for free.

The Finnish government has adopted a more gentle approach.

"We will have a policy where operators will send letters to illegal file-sharers but we are not planning on cutting off access," said Ms Linden.

A poll conducted for the BBC World Service earlier this year found that almost four in five people around the world believed that access to the internet is a fundamental right."