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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 04651 Bad Lausick: Schreiende Dummheit


adress
20.08.2010, 15:07
Die Verwaltung von Bad Lausick hat das Breitbandinteresse in den Ortsteilen abgefragt. Vor allem in Glasten und Lauterbach besteht eine Nachfrage. Auch bei Nutzung von Fördermitteln müsse die Stadt an die 20.000 Euro investieren, heißt es in einem Bericht der Leipziger Volkszeitung (http://nachrichten.lvz-online.de/region/geithain/schnelles-dsl-fuer-bad-lausicker-ortsteile-oft-fehlanzeige/r-geithain-a-45433.html). Und das hat der Technische Ausschuss im Juni abgelehnt, mit der Begründung, es sei Sache der Telekommunikationsunternehmen, auszubauen. "Infrastruktur ist wichtig, aber wir können doch nicht Unternehmen bezuschussen, die global auf dem Kapitalmarkt tätig sind", wird der Bürgermeister zitiert. Was für ein bescheuertes "Argument". Erstens soll eine Ausschreibung oder Förderung anbieterneutral sein, und dass ein Mittelständler auf dem Kapitalmarkt präsent ist, ist eher unwahrscheinlich. Oder denkt man dort vor Ort etwa noch immer, es müsse die Telekom sein? Ein bisschen wirkt es so. Vor allem aber fragt man sich, in welcher Welt der Bürgermeister lebt? Beispielsweise wird die Ansiedlung von großen Playern (wenn diese AGs sind, ist es vermutlich das, was der Bürgermeister als "auf dem Kapitalmarkt unterwegs" bezeichnet) und damit Arbeitsplätzen regelmäßig mit Fördermitteln unterstützt.

Und noch ein zweites Argument, diesmal im ersten Halbsatz ein ernstzunehmendes, kommt gleich hinterher: Die Bundesregierung versteigere einerseits Lizenzen mit der Maßgabe, die Breitbandversorgung auf dem Land sicherzustellen, andererseits sollen Kommunen Firmen sponsern: "Das beißt sich." Er soll nicht sponsern, wenn er auf die Erschließung nach der Frequenzauktion setzt. Diese Ahnungs- und Tatenlosigkeit ist schon bitter, aber der Zeitablauf kommt ihm ausnahmsweise zugute. Er muss sich nicht weiter kümmern, weil sein Nest für die Erschließung im Rahmen der Digitalen Dividende prädestiniert ist. Wenn der Bürgermeister überfordert ist, können die Bürger ja zum Beispiel über diese Webseite von Vodafone (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=14191) die Erschließung der Ortsteile von Glasten und Lauterbach befördern. Bad Lausick hat Schwein gehabt und erhält Breitband trotz nicht dank des Bürgermeisters.

kingmanni
20.08.2010, 16:37
Hallo Adress,
hier noch einer zum toppen, hinsichtlich Telekomgläubigkeit. Ich kenne eine Gemeinde, in der nach der Plattmache einer ungeförderten Funklösung durch die Ökoterroristen allen ernstes die Gemeindeverwaltung durch dieselben Spezies gezwungen werden sollte, den DSL-Ausbau bei der Telekom EINZUKLAGEN!!!!!

alle9ne
20.08.2010, 16:54
Bürger die skeptisch gegenüber Funk sind, als Ökoterroristen zu verunglimpfen finde ich ehrlich gesagt ziemlich übel.
Ich selber bin kein Gegner von Funk eher das Gegenteil, aber ich kann diese Leute trotzdem verstehen. Und scheinbar ist es ja den Befürwortern nicht gelungen diese Funkgegner von der Notwendigkeit und Ungefährlichkeit der Lösung zu überzeugen oder einen Kompromiss zur Laufzeitbegrenzung des Funknetz bis zur Fertigstellung einer drahtgebundenen Lösung zu finden.
Naiv ist es allerdings schon das eine Lösung platt gemacht wird bevor man sich um Ersatz gekümmert hat.

Gruß

robse
21.08.2010, 10:19
Man wundert sich tatsächlich über die unterschiedliche Vorgehensweise der Verwaltungen.

Letzlich beraubt sich die genannte Gemeinde eines Standortvorteiles für bereits bestehende und neu anzusiedelnde Unternehmen. Das klingt ja in dem Artikel ganz gut durch.

Ich verstehe durchaus auch die Vorbehalte der Verwaltung eigenes Geld zuschiessen zu müssen. Es handelt sich halt um eine "freiwillige" Leistungen im Haushalt.

Den Vogel schießt "von Wagner" ab, aber gut... Meine Meinung. In meinem ON wird ja nicht ausgebaut, obwohl es laut seiner Aussage wirtschaftlich (ohne Zuschüsse) gewesen wäre.

Und zu dem Funk-Thema... Naja, warum soll David nicht auch dort gewinnen? Wenn diese das verwendete NAT zukünftig mit IPV6 erschlagen ist doch alles schick?!

Genügend Interesse scheint es ja auch bei den anderen Ortsvorstehern zu geben und die Gefahr, das keine neuen Bürger zu den unterversorgten Ortsteilen hinzukommen hat man auch erkannt. Vielleicht funktioniert der kurze Dienstweg am besten ;)