Dsl 4 all
19.03.2005, 11:58
Hallo zusammen
Ich überlege mir über WLAN einen DSL Zugang für unser ganzes Dorf zu schaffen. Ich hab mir überlegt, bei nem Freund von mir (bei dem geht DSL und der wohnt ca. 3 km entfernt von mir) ne zusätzliche TAE legen zu lassen dann DSL 3000 freischalten lassen und das ganze per Richtfunk in unser Rathaus funken zu lassen (der Bürgermeister hätte nichts dagegen). Dort würde ich gerne eine Funkstation aufbauen von wo aus man dann DSL in userem Dorf empfangen kann.
Wenn das gehen würde währen da einige Vorteile:
-Bei 20 Abnehmern Monatliche kosten :3,50€ :D
-Ich kann mir einen Netzwerkserver im Rathaus installieren
-Ich habe ein Dorfinternes Lan Netzwerk.
Allerdings weiß ich nicht genau ob und wie dies zu Realisieren ist.
(benötigte Hardware, gesetzliche Bestimmungen,etc.)
Ich würde mich sehr freuen wenn jemand mir weiterhelfen könnte.
Julius Cesar
28.03.2005, 14:42
Hallo!
Du hast ein Problem in den 3,50 € hast du mit Sicherheit noch keine Technik berechnet. Auch wenn jeder Teilnehmer seinen Empfangs Access Point selbst finanziert, must du die Kosten für die Anbindung vom T-DSL Anschluss zum Rathaus und den dortigen Sender finanzieren. Dann müsste dort oben eine Omniantenne stehen und jeder Teilnehmer müsste sichtkontakt haben. Ansonsten kommen nochmals weitere Access Points dazu.
Das nächste Problem was du hast ist der geringe Upstream und überbuchung des T-DSL 3000 Anschlusses. Besser ist die Nutzung eines ATM-Anschlusses von 2 Mbit.
mfg
Julius Cesar
MichaelZ
25.04.2005, 02:16
Original von Dsl 4 all
Hallo zusammen
Ich überlege mir über WLAN einen DSL Zugang für unser ganzes Dorf zu schaffen. Ich hab mir überlegt, bei nem Freund von mir (bei dem geht DSL und der wohnt ca. 3 km entfernt von mir) ne zusätzliche TAE legen zu lassen dann DSL 3000 freischalten lassen und das ganze per Richtfunk in unser Rathaus funken zu lassen (der Bürgermeister hätte nichts dagegen). Dort würde ich gerne eine Funkstation aufbauen von wo aus man dann DSL in userem Dorf empfangen kann.
Wenn das gehen würde währen da einige Vorteile:
-Bei 20 Abnehmern Monatliche kosten :3,50€ :D
-Ich kann mir einen Netzwerkserver im Rathaus installieren
-Ich habe ein Dorfinternes Lan Netzwerk.
.........
Da haste Dir aber mächtig was vorgenommen.
Ich nehme mal einfach an, das Rathaus ist der höchste Punkt im Dorf und selbiges hat etwa 1km Durchmesser. Das hieße im besten Fall:
Eine Richtfunkstrecke DSL-Standort <-> Rathaus = Zwei Accesspoints + 2 Richtantennen (nicht die Schlechtesten bei 3 km, freie Sichtverbindung und 6m Radius Fresnelzone vorausgesetzt).
Dann mußt Du noch Dein Dorf versorgen, dazu 3 bis 4 Accesspoints mit Bereichsantennen vom Rathaus aus. Und jeder Teilnehmer braucht eine mehr oder minder gute Sichtverbindung dorthin, das heißt in der Regel, ein Accesspoint als Client im Dachboden, Antennenmast und Antenne pro User. Bei Nichtsicht bis zum Rathaus müssen noch Repeater dazwischen.
Dazu kommt, daß man im 2,4GHz Bereich eigentlich nur drei Links im nahen Bereich aufbauen kann (nur 3 der 13 Funkkanäle sind nicht überlappend). Das heißt wahrscheinlich, daß Deine Richtfunkstrecke 5GHz sein wird (=> Lancom-Geräte zum passenden Preis).
Auf Deine 3,50€ pro Teilnehmer wirst Du nie kommen. Falls Du einen 3000/512 DSL-Tarif für > 20 User bekommen kannst (ich hab mal was von 5 Teilnehmers max. gehört), vergiß nicht, wer bezahlt den Strom für die AP's und Deinen geplanten Server (pro AP rechne mit so 14€ im Jahr). Wer baut das ganze Zeug auf? Wer installiert Antennenmasten, sorgt für die Erdnung, zieht Kabel usw. Wer wartet das Zeugs, was passiert, wenn bei Gewitter ein Blitz in eine Antenne einschlägt? Datensicherheit, wenn jemand Dein WLan knackt und die angeschlossenen Rechner hackt?
Rechtlich: Wenn sich ein User gesetzeswidrig betätigt, ist zuerst mal der DSL-Anschlußinhaber der Verdächtige. Mithilfe von Logs (soweit vorhanden) kann man Indizien auf den wahren Täter liefern. Aber in erster Linie ist vermutlich der Anschlußinhaber derjenige, dessen Equipment prophylaktisch beschlagnahmt wird.
Ausnahmen: Du kennst alle Leute sehr gut und kannst Sie einschätzen. Dann gründe einen Verein. Jeder Teilnehmer ist Vereinsmitglied und bezahlt seinen Teil der Onlinekosten als Mitgliedsbeitrag. Das ganze Nichtkommerziell und ohne Gewinnabsicht. Der DSL-Anschluß läuft auf den Verein. Jedes Vereinsmitglied erkennt die Satzung an, die gesetzweswidrige Handlungen ausschließt. Damit ist man zwar als Vereinsvorstand (Haftung unbegrenzt) nicht ganz aus dem Schneider, aber die Lage ist etwas besser.
Wer macht übrigens die Wartung, wenn sich früh um drei ein Access-Point mal aufhängen sollte?
Nochmal zu den Kosten, ich habe nur eine kleine Bridge hier (zwei AP's), aber ich schlüssle Dir mal die Kosten ein wenig auf:
WLan-Bridge, Blitzschutz, und Richtantennen waren schon vorhanden, ebenso ein Antennenmast und viel Kleinzeugs.
Gekauft: Ein Outdoor-Schaltschrank, ein kleiner 19"-Schrank, ein Antennenschiebemast, Mastbefestigungen, Koaxkabel, Panzerrohr, 16mm²-Erddraht, Erdungsschellen und ganz viel Kleinzeugs wie Dachdurchführung, Halterungen, Verschraubungen usw.
Das in Summe lag etwa bei guten 1000€, nein, nicht der Baumarktpreis, das war der Großhandelspreis. Jetzt stell Dir mal den Aufwand bei geschätzten 10 APs zur Verteilung und 20 AP's bei den Teilnehmern vor + die Richtfunkstrecke.
Ach, was mir noch einfällt, Du hast beim normalen DSL-Anschluß nur eine echte IP-Adresse. Was machst Du, wenn mehr als ein Teilnehmer SIP-telefonieren will? Dazu bräuchtest Du dann eine eigene VoIP-Telefonanlage im Rathaus (wie etwa Asterix auf Linux).
Ich würde, wenn funktechnisch alles klappt, einen Provideranschluß bestellen, kostet ca. 600€/flat (bei guten Konditionen) im Monat.
Jeder kriegt dadurch seine eigene routbare IP-Adresse und das WLan ist transparent.
Vorteil: Jeder ist für seinen Anschluß selbst verantwortlich, besorgt sich selbst seinen Router und kann diesen selbst verbasteln.
Du bist dann nur der "Leitungsbetreiber" - fertig. Glaub mir, die Bandbreite des DSL-Anschlusses ist ein sehr untergeordnetes Thema bei dem geplanten Umfang. Außer alle Teilnehmer fassen selbst mit an und machen auch zusammen die Finanzierung (klappt aber meist nicht).
HattenhofGoesWireless
27.04.2005, 08:58
Wir haben bei uns im Dorf bereits genau das umgesetzt, was du dir da vorgenommen hast.
Es ist gar nicht so kompliziert wie es vorher hier beschrieben wurde. Aber über die Kosten würde ich mir nochmal Gedanken machen. Wir haben für die Erstausstattung ca. 1500,- € hingeblättert.
Haben voll auf ALLNET Produkte gesetzt. Die sind meist Baugleich mit D-Link aber auch etwas billiger.
Da gibt es ein Richtfunkbundle, das funzt bei uns über ca. 3 km einwandfrei.
Du musst dir nur im klaren sein, dass Sichtverbindung zwischen den Punkten vorhanden sein muss, sonst geht nix.
Bei 20 Usern hast du nachher noch das Problem, das selbst eine 3000er Leitung recht schnell am Ende ist, wenn auch nur einer irgendwelche Downloadmanager am laufen hat, kann er die ganze Bandbreite nutzen. Da sind die anderen dann schon geblockt. Daher haben wir einen Linux-Server aufgesetzt, der den ganzen Traffic Routet und Shaped (da gibt es ein sehr gutes Skript nennt sich CBQ.init und funzt ab Kernel 2.4 glaube ich!!)
Im Dorf haben wir das ganze dann ebenfalls per Rundstrahler von ALLNET verteilt. Auch das klappt eigentlich ganz gut. Mit der Einschränkung, dass alle, die weiter als 200m vom AP entfernt sind, dringend Sichtverbindung brauchen, sonst geht gar nix. (Kosten pro Haus ca. 100,-€)
Die Clients bestehen dann auch AP im ClientMode und einer externen Antenne. Bei der Antenne sind wir dann von Allnet weggegangen, da es im Netz sehr gute und wesentlich günstigere Antennen von Bastlern gibt. Da haben wir ein wenig getestet, was am besten passt.
Also, so aussichtslos ist das Vorhaben nicht, aber leider auch nicht so einfach!!!
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