isaweiden
21.03.2005, 13:15
„Kein T-DSL in einem Gewerbegebiet mit über 100 Unternehmen und die netten Verwirrspiele der Telekom“
Hallo Liebe Leut. Heute will ich euch einmal die unternehmensspezifischen Probleme und Meinungen zu DSL darlegen. Denn nicht nur der Privatkunde, sondern auch Firmenkunden haben Ihre Probleme mit DSL. Als mittelständisches Unternehmen, vor allem in technischen Branchen ist es unvermeidlich das Internet zu nutzten, denn z.B. Updates für Software oder Fernwartung von Anlagen werden heute über das Internet getätigt. Mit ISDN (128 kbit/s bei Kanalbündelung) natürlich nicht gerade der schnellste Weg.
Also:
Willkommen in Weiden in der Oberpfalz. Willkommen am Industrie- und Gewebestandort Weiden West.
Offizielle Aussage der deutschen Telekom :
"T-DSL" ist in Ihrem Anschlussbereich nicht verfügbar.
Inoffizielle Aussage eines Telekom Mitarbeiters :
"Eine weitgehende Recherche hat ergeben, dass eine Anbindung an das Breitbandnetz sich in diesem Gebiet nicht lohnen würde und der Nutzen der Anbindung würde die Kosten nicht decken.“
Kaum zu glauben aber wahr. Am Industrie- und Gewerbestandort Weiden West (Stadt Weiden in der Oberpfalz, Bayern) ist die Deutsche Telekom doch wirklich der Meinung, hier würde sich ein Breitbandanschluss nicht rentieren. Ansässig sind in diesem Gewerbegebiet sogar Großunternehmen wie z.B. die Deutsche Post AG mit einem Philatelie Center, ein Werk der Firma Auto Teile Unger. (ATU selbst hat seinen Stammsitz in Weiden i.d.OPf.) und ein Dezentrales Lager von Witt Weiden. Sogar das Zollamt ist hier ansässig. Alle wollen DSL doch die Telekom sagt : „Nein“.
Selbst nach über 2000 „versuchten“ Bestellungen für T-DSL, aus dem gesamten Gewerbe-Gebiet, in den letzten 4 Jahren, hat die Telekom nichts unternommen. Angeboten wird nur die teuere Standleitung oder DSL via Sattelite. Eine Kabelanbindung ist bisher nicht geplant.
Auch mehrere geführte Gerichtsprozesse mit der Deutschen Telekom AG sind in dieser Gegend gescheitet. Es scheint ein hoffnungsloser Fall zu sein.
Und nun zum DSL Verwirrspiel:
Um das Thema DSL auch als Firma etwas zu verdeutlichen, hier ein Auszug aus den Jahren 2002 bis 2005 : Industriegebiet Brandweiher (Weiden West)
Mitte 2002 :
Die ISDN-Flatrate wurde vor einigen Monaten gekündigt und die Internetkosten in unserem Haus steigen ins unermessliche. Also... wir bestellen T-DSL inkl. Flatrate.– Es kommt eine Auftragsbestätigung durch die Telekom, inkl. Freischalttermin. Zunächst alles klar und wir freuen uns auf Hochgeschwindigkeit.
Kurz vor dem Freischalttermin kam das ernüchternde Schreiben der Telekom.
„... in Ihrem Anschlussgebiet ist T-DSL nicht verfügbar [...] die nächste Vermittlungsstelle ist zu weit entfernt ...“
Die nächste VST befindet sich 5 km entfernt. A-DSL(also T-DSL) reicht aber weiter als nur 5 km. Abhängig von Kabelbeschaffenheit reicht diese zwischen 6 und 8 km. Die Frage ist nur, warum geht es dann hier nicht? Die Antwort erhielten wir im nächsten Jahr.
Mitte 2003 :
„... Leider ist in Ihrem Anschlussgebiet T-DSL nicht verfügbar [...] . Leitungsprüfungen haben ergeben, dass Ihr Standort mit Lichtwellenleiter verkabelt wurde [...] T-DSL kann hier somit nicht angeboten werden.“
Ja, die Aussage muss man wohl so hinnehmen. 2003 gab es wohl definitiv keine ausgereifte Technik, Breitbandnetze über LWL zu nutzen... oder ??? ...der Osten Deutschlands hat doch auch DSL und die sind doch über LWL angeschlossen ... nein die Telekom irrt sich doch nicht.
Mitte 2004 :
„... Leider ist in Ihrem Anschlussgebiet T-DSL nicht verfügbar [...] ... Im Gegenzug können wir Ihnen aber eine Standleitung zu Ihrem Unternehmensstandort anbieten. ...“
Standleitung? Also Leitungsprüfung für eine „Standleitung“ durchführen lassen und WOW! Es geht. Wir könnten eine Standleitung erhalten. Das klingt doch mal viel versprechend. Aber Stopp!
13.000 EURO im Jahr Grundgebühr für 1024 kbit/s bei 1 GB/Monat Frei Volumen. ... Uff, das ist wirklich teuer.
Moment... Standleitung? Das ist doch S-DSL, also Synchrones „DSL“. Warum geht das S-DSL, wenn A-DSL (also T-DSL) nicht geht???
Der nette Mitarbeiter der T-Com am Telefon erklärte uns :
„Eine Standleitung ist eine ganz andere Technologie und sie werden „direkt“ an das Telekom-Rechenzentrum angeschlossen – also direkt ans Internet. Deswegen der Unterschied.“
Ahh! Ganz andere Technologie. Direkt ans Internet... Okay. ... Moment... Egal ob S-DSL oder A-DSL, es ist technisch prinzipiell das gleiche. Eigentlich sind nur Übertragungsraten und die Übertragungsweiten anders.
Wiederum der nette T-Com Mitarbeiter am Telefon :
„Nein eine Standleitung ist kein S-DSL. Das ist eine Standleitung und eine ganz andere Technik“
Angebotsschreiben der Deutschen Telekom:
S-DSL – Business
Standleitung 1024 kbit/s mit 1 GB Freivolumen / Monat.
Kein Kommentar. Die Geschäftsleitung hat aufgrund der hohen Kosten, das Angebot nicht bestellt.
Ende 2004:
Eine erneute Anfrage für A- bzw. S-DSL an die Telekom ergab, dass mit einem mal S-DSL nicht mehr verfügbar ist. Wieder einmal sind es die verlegten Lichtwellenleiter die dies unmöglich machen sollen. Diesmal wird uns „T-DSL via Sattelite“ angeboten. Ich denke schwer, dass es wohl daran gelegen hat, dass wir im Anfrageschreiben den technischen Unterschied zwischen A-DSL und S-DSL dargelegt haben.
Anfang 2005 :
Ein T-DSL 3000 Flyer liegt im Posteingang der IT Abteilung. Man kann sich vorstellen wie erfreut man über diese Werbung ist. Wiederum lassen wir uns ein Angebot machen für T-DSL, mit dem netten Vermerk endlich die Werbung in unserem Industriegebiet für T-DSL einzustellen, wenn die Telekom es schon nicht anbieten kann. Die Antwort der Telekom – wie nicht anders erwartet – war :
„... Für die Unannehmlichkeiten, die Ihnen im Kontakt mit der Deutschen Telekom entstanden sind, entschuldigen wir uns bei Ihnen. [...] Leider ist in Ihrem Anschlussgebiet T-DSL nicht verfügbar [...] ...“
Aber eine Standleitung hat man uns wieder angeboten. ... Wie jetzt? Ach ja, wir haben ja nicht den technologischen Unterschied zwischen A-DSL und S-DSL erklärt. Deswegen geht’s wieder.
Merke : „IT- oder Telekommunikationsfachwissen wirkt sich negativ auf die angebotene Übertragungstechnik aus.“
Und die Moral von der Geschicht’ :
Wenn Ihr nicht insolvent gegangen seit, geht’s mit ISDN ins Internet, den schön schnelles Kabel DSL, das kriegt ihr NICHT.
Fazit : Als mittelständisches "zukunftorientiertes" Unternehmen, sind wir von der Telekom mehr als entäuscht. Schließlich "wollen" wir ja ein Produkt der deutschen Telekom nutzten. Aber ein oder hier sogar mehrere Unternehmen sind augenscheinlich nicht lukrativ genug. Diesen Unternehmen lieber eine Standleitung für teueres Geld zu verkaufen, scheint natürlich lukrativer. Das Fazit für uns als Telekom Kunde war, uns von der Deutschen Telekom als Telefonanbieter zu trennen, auch wenn uns der neue Telefonanbieter natürlich genauso kein DSL anbieten kann, weil diese ja auch über die Leitungen der Telekom müssen. Manchmal glaube ich, es wäre besser gewesen, die Telekom nicht zu privatisieren, den seit Privatisierung der Telekom ist die s.g. "Telekommunikationsgerechtigkeit" nicht mehr gegeben.
MfG over ISDN
Matthias B. K.
Hallo Liebe Leut. Heute will ich euch einmal die unternehmensspezifischen Probleme und Meinungen zu DSL darlegen. Denn nicht nur der Privatkunde, sondern auch Firmenkunden haben Ihre Probleme mit DSL. Als mittelständisches Unternehmen, vor allem in technischen Branchen ist es unvermeidlich das Internet zu nutzten, denn z.B. Updates für Software oder Fernwartung von Anlagen werden heute über das Internet getätigt. Mit ISDN (128 kbit/s bei Kanalbündelung) natürlich nicht gerade der schnellste Weg.
Also:
Willkommen in Weiden in der Oberpfalz. Willkommen am Industrie- und Gewebestandort Weiden West.
Offizielle Aussage der deutschen Telekom :
"T-DSL" ist in Ihrem Anschlussbereich nicht verfügbar.
Inoffizielle Aussage eines Telekom Mitarbeiters :
"Eine weitgehende Recherche hat ergeben, dass eine Anbindung an das Breitbandnetz sich in diesem Gebiet nicht lohnen würde und der Nutzen der Anbindung würde die Kosten nicht decken.“
Kaum zu glauben aber wahr. Am Industrie- und Gewerbestandort Weiden West (Stadt Weiden in der Oberpfalz, Bayern) ist die Deutsche Telekom doch wirklich der Meinung, hier würde sich ein Breitbandanschluss nicht rentieren. Ansässig sind in diesem Gewerbegebiet sogar Großunternehmen wie z.B. die Deutsche Post AG mit einem Philatelie Center, ein Werk der Firma Auto Teile Unger. (ATU selbst hat seinen Stammsitz in Weiden i.d.OPf.) und ein Dezentrales Lager von Witt Weiden. Sogar das Zollamt ist hier ansässig. Alle wollen DSL doch die Telekom sagt : „Nein“.
Selbst nach über 2000 „versuchten“ Bestellungen für T-DSL, aus dem gesamten Gewerbe-Gebiet, in den letzten 4 Jahren, hat die Telekom nichts unternommen. Angeboten wird nur die teuere Standleitung oder DSL via Sattelite. Eine Kabelanbindung ist bisher nicht geplant.
Auch mehrere geführte Gerichtsprozesse mit der Deutschen Telekom AG sind in dieser Gegend gescheitet. Es scheint ein hoffnungsloser Fall zu sein.
Und nun zum DSL Verwirrspiel:
Um das Thema DSL auch als Firma etwas zu verdeutlichen, hier ein Auszug aus den Jahren 2002 bis 2005 : Industriegebiet Brandweiher (Weiden West)
Mitte 2002 :
Die ISDN-Flatrate wurde vor einigen Monaten gekündigt und die Internetkosten in unserem Haus steigen ins unermessliche. Also... wir bestellen T-DSL inkl. Flatrate.– Es kommt eine Auftragsbestätigung durch die Telekom, inkl. Freischalttermin. Zunächst alles klar und wir freuen uns auf Hochgeschwindigkeit.
Kurz vor dem Freischalttermin kam das ernüchternde Schreiben der Telekom.
„... in Ihrem Anschlussgebiet ist T-DSL nicht verfügbar [...] die nächste Vermittlungsstelle ist zu weit entfernt ...“
Die nächste VST befindet sich 5 km entfernt. A-DSL(also T-DSL) reicht aber weiter als nur 5 km. Abhängig von Kabelbeschaffenheit reicht diese zwischen 6 und 8 km. Die Frage ist nur, warum geht es dann hier nicht? Die Antwort erhielten wir im nächsten Jahr.
Mitte 2003 :
„... Leider ist in Ihrem Anschlussgebiet T-DSL nicht verfügbar [...] . Leitungsprüfungen haben ergeben, dass Ihr Standort mit Lichtwellenleiter verkabelt wurde [...] T-DSL kann hier somit nicht angeboten werden.“
Ja, die Aussage muss man wohl so hinnehmen. 2003 gab es wohl definitiv keine ausgereifte Technik, Breitbandnetze über LWL zu nutzen... oder ??? ...der Osten Deutschlands hat doch auch DSL und die sind doch über LWL angeschlossen ... nein die Telekom irrt sich doch nicht.
Mitte 2004 :
„... Leider ist in Ihrem Anschlussgebiet T-DSL nicht verfügbar [...] ... Im Gegenzug können wir Ihnen aber eine Standleitung zu Ihrem Unternehmensstandort anbieten. ...“
Standleitung? Also Leitungsprüfung für eine „Standleitung“ durchführen lassen und WOW! Es geht. Wir könnten eine Standleitung erhalten. Das klingt doch mal viel versprechend. Aber Stopp!
13.000 EURO im Jahr Grundgebühr für 1024 kbit/s bei 1 GB/Monat Frei Volumen. ... Uff, das ist wirklich teuer.
Moment... Standleitung? Das ist doch S-DSL, also Synchrones „DSL“. Warum geht das S-DSL, wenn A-DSL (also T-DSL) nicht geht???
Der nette Mitarbeiter der T-Com am Telefon erklärte uns :
„Eine Standleitung ist eine ganz andere Technologie und sie werden „direkt“ an das Telekom-Rechenzentrum angeschlossen – also direkt ans Internet. Deswegen der Unterschied.“
Ahh! Ganz andere Technologie. Direkt ans Internet... Okay. ... Moment... Egal ob S-DSL oder A-DSL, es ist technisch prinzipiell das gleiche. Eigentlich sind nur Übertragungsraten und die Übertragungsweiten anders.
Wiederum der nette T-Com Mitarbeiter am Telefon :
„Nein eine Standleitung ist kein S-DSL. Das ist eine Standleitung und eine ganz andere Technik“
Angebotsschreiben der Deutschen Telekom:
S-DSL – Business
Standleitung 1024 kbit/s mit 1 GB Freivolumen / Monat.
Kein Kommentar. Die Geschäftsleitung hat aufgrund der hohen Kosten, das Angebot nicht bestellt.
Ende 2004:
Eine erneute Anfrage für A- bzw. S-DSL an die Telekom ergab, dass mit einem mal S-DSL nicht mehr verfügbar ist. Wieder einmal sind es die verlegten Lichtwellenleiter die dies unmöglich machen sollen. Diesmal wird uns „T-DSL via Sattelite“ angeboten. Ich denke schwer, dass es wohl daran gelegen hat, dass wir im Anfrageschreiben den technischen Unterschied zwischen A-DSL und S-DSL dargelegt haben.
Anfang 2005 :
Ein T-DSL 3000 Flyer liegt im Posteingang der IT Abteilung. Man kann sich vorstellen wie erfreut man über diese Werbung ist. Wiederum lassen wir uns ein Angebot machen für T-DSL, mit dem netten Vermerk endlich die Werbung in unserem Industriegebiet für T-DSL einzustellen, wenn die Telekom es schon nicht anbieten kann. Die Antwort der Telekom – wie nicht anders erwartet – war :
„... Für die Unannehmlichkeiten, die Ihnen im Kontakt mit der Deutschen Telekom entstanden sind, entschuldigen wir uns bei Ihnen. [...] Leider ist in Ihrem Anschlussgebiet T-DSL nicht verfügbar [...] ...“
Aber eine Standleitung hat man uns wieder angeboten. ... Wie jetzt? Ach ja, wir haben ja nicht den technologischen Unterschied zwischen A-DSL und S-DSL erklärt. Deswegen geht’s wieder.
Merke : „IT- oder Telekommunikationsfachwissen wirkt sich negativ auf die angebotene Übertragungstechnik aus.“
Und die Moral von der Geschicht’ :
Wenn Ihr nicht insolvent gegangen seit, geht’s mit ISDN ins Internet, den schön schnelles Kabel DSL, das kriegt ihr NICHT.
Fazit : Als mittelständisches "zukunftorientiertes" Unternehmen, sind wir von der Telekom mehr als entäuscht. Schließlich "wollen" wir ja ein Produkt der deutschen Telekom nutzten. Aber ein oder hier sogar mehrere Unternehmen sind augenscheinlich nicht lukrativ genug. Diesen Unternehmen lieber eine Standleitung für teueres Geld zu verkaufen, scheint natürlich lukrativer. Das Fazit für uns als Telekom Kunde war, uns von der Deutschen Telekom als Telefonanbieter zu trennen, auch wenn uns der neue Telefonanbieter natürlich genauso kein DSL anbieten kann, weil diese ja auch über die Leitungen der Telekom müssen. Manchmal glaube ich, es wäre besser gewesen, die Telekom nicht zu privatisieren, den seit Privatisierung der Telekom ist die s.g. "Telekommunikationsgerechtigkeit" nicht mehr gegeben.
MfG over ISDN
Matthias B. K.