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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Regulierer: Wettbewerb läuft doch super


Frogger99
22.03.2006, 01:10
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat heute in Bonn ihren Tätigkeitsbericht 2004/2005 vorgestellt. Chefregulierer Matthias Kurth zog eine positive Bilanz. Die gute Entwicklung der Märkte Telefondienste und Breitband habe sich als Wirtschaftsmotor erwiesen. Darin sieht Kurth eine Bestätigung seiner Arbeit.


DSL wächst weiter

Als entscheidende Faktoren für das erfreulich positive Wachstum nannte Kurth die Nutzung des Internets und die Verbreitung breitbandiger Zugänge sowie den Mobilfunksektor. Die Bundesnetzagentur zählt für das Jahr 2005 insgesamt 10,4 Millionen geschaltete DSL-Anschlüsse, davon allein 3,6 Millionen Neuanschlüsse. Damit seien 27 Prozent der Haushalte erschlossen, gegenüber erst 17 Prozent im Vorjahr.

Für Kurth machen die Wettbewerber des Ex-Monopolisten auf dem DSL-Markt deutlich Boden gut. Er erwartet, dass die Telekom-Konkurrenten bis Ende 2005 auf einen Marktanteil von nahezu 40 Prozent kommen, einschließlich der 1,5 Millionen Resale-Anschlüsse. "Erfreulich ist insbesondere, dass sich der Marktanteil der Wettbewerber an den DSL-Direktanschlüssen auf 28 Prozent erhöht hat", erklärte Kurth.

Bitstream soll kommen

Diese Entwicklung ist für Kurth auch ein Ergebnis der Arbeit seiner Behörde. Die Verfügbarkeit geeigneter Vorprodukte sei maßgeblich für den Wettbewerb. Für eine zusätzliche Belebung soll nach dem Willen der Regulierer der Bitstream Access dienen. Der so genannte Bitstrom-Zugang würde es den Wettbewerbern ermöglichen, über die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) ein DSL-Produkt unter eigener Flagge aufzusetzen.

Kurth will dem Wettbwebwerb ein Bitstrom-Produkt an die Hand geben und damit die Lücke zwischen Miete der TAL und Resale schließen. Die notwendige Marktdefinition und anschließende Marktanalyse für Bitstream Access ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

Einen strategischen Rückstand sieht der Regulierer auf Seiten der Kabelnetzbetreiber. Der Kabel-Anteil der Breitbandkunden habe sich zwar seit 2002 auf 240.000 Kunden verfünffacht. Mit nur zwei Prozent trage das Kabel insgesamt aber wenig zum Breitband-Anschlussangebot bei. "Das ist bedauerlich", so Kurth, "ich bin aber nicht so optimistisch, dass sich das kurzfristig aufholen lässt." Die Ursachen für diese Entwicklung sieht Kurth bei den Weichenstellungen in der Vergangenheit.


Alternativen wichtig

Der deutsche Breitbandmarkt ist eine DSL-Monokultur. "Daher spielt die Zugangsregulierung im Anschlussbereich in Deutschland nach wie vor die entscheidende Rolle im Bereich des Breitbandwettbewerbs", so der Präsident. Funkgestützte Breitbandzugänge wie Broadband Wireless Access, WLAN und UMTS sieht Kurth als Alternative in Regionen, die keine Versorgung mit DSL-Technologie bieten.

Telekom-Glasfaser doch reguliert?

Zurückrudern musste die Behörde bei ihrem Vorhaben, das neue VDSL-Netz der Telekom von der Regulierung auszunehmen. Die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding hatte die Entscheidung kritisiert, eine neue Technologie alleine mache noch keinen neuen Markt. Die BNetzA sah sich daraufhin gezwungen, die eigene Position zu "präzisieren".

Danach werde das neue Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom in die Marktanalyse und damit die Regulierung einbezogen, wenn es nur ein Ersatz für ein entsprechendes ADSL-Angebot sei. Das dürfte für Anschlüsse mit Bandbreiten bis 16 Mbit/s gelten. Telekom-Chef Ricke, der für den Fall der Regulierung des Netzes mit weiterem Stellenabbau gedroht hatte, will Medienberichten zufolge jetzt persönlich bei Kommissarin Reding die Kohlen aus dem Feuer holen.

Quelle:http://www.onlinekosten.de/news/artikel/19491