PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : entbündelte DSL-Anschlüsse bei Alice


Frogger99
22.03.2006, 01:04
Wirklich viel Geld sparen kann man ohnehin nicht, wenn man den Telefonanschluss abmelden würde: Ein Großteil der Telefon-Grundgebühr entfällt auf die "letzte Meile", also das Kabel, das von der Vermittlungsstelle ins Haus führt. Da die letzte Meile auch für reines DSL gebraucht wird, muss sie mitbezahlt werden. So ließen sich durch den Wegfall des Telefons wahrscheinlich nur rund vier bis fünf Euro im Monat sparen.

"Wenn die Entbündelung kommt, erwarten wir ja auch keine Ersparnis von zehn Euro; die Hausanschlussleitung muss ja auch noch bezahlt werden", sagt Thilo Slamon, Geschäftsführer des VoIP-Providers sipagte."Aber die Ersparnis von vier Euro für die Telefonfunktion würden wir den Kunden schon gerne ermöglichen."

"Hoffnung aufgegeben"

Salmon sieht die Entbündelung ohnehin als politisches Problem: "Es fehlt der politische Wille zur Entbündelung. Es befürchten nämlich alle, dass sich am nächsten Tag die Telekom hinstellt und 10.000 Stellen streicht." Sein Unternehmen, ein reiner VoIP-Provider, würde maßgeblich von der Entbündelung profitieren. Er glaubt zwar, dass eine Entbündelung "Bewegung in den Markt" bringen würde, ist aber nicht sehr zuversichtlich: "Da habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass in naher Zukunft etwas in diese Richtung passiert."

Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) sieht eher schwarz. "Wir glauben, dass es nicht zur Entbündelung kommen wird," so Eva-Maria Ritter, VATM-Sprecherin. Letzten Endes sei das auch nicht unbedingt attraktiv, denn "viele Leute wollen sich nicht vom Festnetz trennen. Wir sehen ohnehin nur einen langfristigen Wechsel zu VoIP." Da die Infrastrukturkosten für die letzte Meile im Grundpreis enthalten sein müssten, "wird sich am Preis sowieso nicht viel tun."

Letzte Meile letzer Ausweg?

Für andere Firmen gäbe es aber immer noch die Möglichkeit, eben gernau die letzte Meile von der Telekom zu mieten, wie es beispielsweise Arcor oder die meisten Stadtnetzbetreiber tun. Während Arcor und die Stadtnetzbetreiber auch Telefon und DSL zwangskoppeln, bieten QSC und broadnet nur reine DSL-Anschlüsse an. Allerdings sind beide relativ teuer.

In diese Kerbe schlägt dann auch T-Com-Mann Domagala: "Jeder kann von uns die letzte Meile mieten und dann ein eigenes Produkt aufsetzen. Nur macht es keiner, weil es sich offensichtlich nicht lohnt." Diesen Ball spielen die Stadtbetzbetreiber wieder zurück: Judith Schmitz, Sprecherin des Kölner Stadtnetzbetreibers Netcologne, wünscht sich "investitionsfreundlichere Preise", um "gesundes Wachstum zu sichern".

Zwar kursierten auf der CeBIT im März Gerüchte, es werde sich noch in diesem Jahr etwas tun bei der Entbündelung, jedoch zeigt sich im Moment niemand mehr besonders zuversichtlich. Dabei schien es zunächst so, als wollten die DSL-Provider massiv Kunden binden, um sie bei der vollzogenen Entbündelung bereits im Haus zu haben.

Alles aus einer Hand

Denn mit einem reinen DSL-Anschluss könnten die großen Provider der Telekom direkte Konkurrenz machen: Sie bieten einen Resale-Anschluss mit VoIP und ersetzen damit komplett die Telekom-Leistung. Auf lange Sicht würde so das Festnetz überflüssig.

Es bestünden aber auch andere Möglichkeiten: O2 könnte beispielsweise eine Kombination von Genion und DSL anbieten, damit ließe sich auch ein Telefonanschluss ersetzen. Die Kabelnetzbetreiber gehen auch dazu über, Telefon mit VoIP-Technik über ihr Kabelnetz zu leiten. Dies ist momentan auch die einzige verbreitete und bezahlbare Möglichkeit, auf einen Telefonanschluss zu verzichten.

Es sieht schlecht aus

Obwohl das Einsparpotenzial nicht so groß ist, wie oft vermutet wird, würde eine Entbündelung von DSL und Telefon dem VoIP-Markt einen kräftigen Impuls geben. VoIP wird wegen der günstigen Preise genutzt, und eine Entbündelung würde diesen Trend noch beschleunigen. Jedoch sieht es im Moment so aus, als würde es noch eine Zeit lang dauern.

Offensichtlich wird es nun nichts mit der Entbündelung – zumindest in der nächsten Zeit. Der CeBIT-Optimismus ist verschwunden, es regiert wieder der alte Frust mit vielen Seitenhieben auf Doch selbst wennn sich etwas tun würde, wären die Sparmöglichkeiten gering. So wird der VoIP-Durchbruch weiter auf sich warten lassen.

Quelle:http://www.netzwelt.de/news/70939_2-dsl-ohne-telefonanschluss-das.html

Goretzki
05.09.2006, 10:17
Ab September bietet Alice (http://www.kein-dsl.de/breitbandanbieter/Alice_DSL.html) entbündelte DSL-Anschlüsse, d.h. DSL ohne Festnetzanschluss an. Interessant für Leute, die einen günstigen Mobilfunktarif haben, bzw. per VoIP telefonieren.

Der Anschluss kostet ca. 20 EUR, die Flatrate ca. 10 EUR.

Quelle: Heise.de (http://www.heise.de/newsticker/meldung/77708)

andere Anbieter für "entbündeltes DSL":
- Tiscali
- broadnet
- QSC
siehe: Onlinekosten.de (http://www.onlinekosten.de/news/artikel/22556/1)