Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Breitband auf dem Land zu billig
Der ITK-Branchenverband BITKOM hat in seiner heutigen Mitteilung (http://www.bitkom.org/42122_42098.aspx) zum Stand der Breitbanderschließung Deutschlands einen "guten" Vorschlag, der zur zügigeren Erschließung ländlicher Räume führen soll: Den Breitbandpreis auf dem Land zu erhöhen.
Im Gespräch mit pressetext (http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=061019049) führte der BITKOM-Bereichsleiter Telekommunikation Manfred Breul aus, dass im ländlichen Raum ein Ausbau am ehesten funktioniere, wenn man diesen "über differenzierte Preismodelle" vorantreibe. Gemeint sei damit, so pressetext, dass in dünn besiedelten Gebieten höhere Grundgebühren eingehoben werden sollten, damit die Kosten für den Ausbau schneller gedeckt werden. Somit würden die betreffenden Regionen für die Unternehmen attraktiver und gleichzeitig würde der Wettbewerb aufrecht erhaltet werden.
Governet
19.10.2006, 18:55
Einige wären dazu ja bereit. Wie wäre es, wenn man einfach für alle die Grundgebühr um sagen wir mal 1-2 Euro anhebt. Würde wohl mehr dem Solidarprinzip entsprechen.
haben wir das nicht schon längst, ich sag nur city-flat ;)
Governet
19.10.2006, 20:36
Das was sie meinen, ist bestimmt auf die Grundgebühr bezogen.
Was gemeint ist sind teurere Tarife, höhere Kosten für Nutzer _auf dem Land_ durch Anbieter, die in leicht zu erschließenden Bereichen günstige Tarife wegen des Wettbewerbs anbieten (müssen). Das ist eher das Gegenteil von Solidarprinzip und hat nichts mit einem gesamtgesellschaftlichen Interesse an einer flächendeckenden Breitbanderschließung zu tun.
an welcher stelle sie mehr nehmen ist ja letzendlich auch egal
Governet
19.10.2006, 22:40
Nicht wirklich, da bei der Infrastrukturbereitstellung nicht so ein Wettbewerb herrscht, wie auf der Dienstebereitstellung.
Gemeint ist damit, dass in dünn besiedelten Gebieten höhere Grundgebühren eingehoben werden sollten
Was macht man aber mit den Dünnbesiedelten Gebieten, die jetzt schon DSL haben?
horst7001
06.11.2006, 17:18
Der Depp auf dem Lande wenn er denn DSL bekommt ... bezahlt doch schon mehr !!!
DSL 384 .... Anschlusskosten 99.- ab DSL 2000 keine Anschlusskosten
er zahlt für einen Bruchteil der Leistung den vollen Preis ... beim Modem gibt's auch nix dazu
und das alles nur weil der Depp vom Lande DSL 384 bestellt und nicht DSL 2000 .....
Hier bekommen fast alle auf dem Lande mind. DSL 3000..... Sogar die die auf den hintersten Bauernhöfen ;) Also verallgemeinern kann man es net^^ Natürlich bekommen alle DSL außer unsere Wohnsiedlung :D
Telekomiker
09.11.2006, 08:32
Weil die Wohnsiedlung wohl an der zukunftssichern Glasfaser hängt, nich?
Genauso wie unser tolles Neubaugebiet mit leicht 140 Anschlüssen, wo jeder gerne DSL hätt und auch glei nehem würde, sofern verfügbar (p.S. auf'n Outdoor-DSLAM gehen derzeit max. 128 As)
Glücklicherweise gehör ich zu den paar Leuten, die no nah genug für's 384er über die paar Kupferadern dran sind...
Original von governet
Einige wären dazu ja bereit. Wie wäre es, wenn man einfach für alle die Grundgebühr um sagen wir mal 1-2 Euro anhebt. Würde wohl mehr dem Solidarprinzip entsprechen.
ich hab das mal mit arbeitskollegen besprochen die hätten mich fast zerrisen. soviel zu solitarität. die möchten ihren jetztigen anschluss billiger.
Original von Telekomiker
Weil die Wohnsiedlung wohl an der zukunftssichern Glasfaser hängt, nich?
Genauso wie unser tolles Neubaugebiet mit leicht 140 Anschlüssen, wo jeder gerne DSL hätt und auch glei nehem würde, sofern verfügbar (p.S. auf'n Outdoor-DSLAM gehen derzeit max. 128 As)
Glücklicherweise gehör ich zu den paar Leuten, die no nah genug für's 384er über die paar Kupferadern dran sind...
Ja genau, obwohl bei mir eine Kupferleitung in der Erde liegt... Müsste also nur reaktiviert werden. Damals als bei uns ein Neubaugebiet nebenan kam, haben sie bei uns auch die Straße aufgebuddelt und die verdammte Glasfaser reingelegt. Die Kupferader ist vollkommen in Ordnung, wird allerdings nur für die High Society ("Telekom Mitarbeiter") reaktiviert, und die surfen dann mit 16000... So wie mein Nahegelegener Nachbar :(
e: Darf die Leitung aber nicht mitbenutzen, das wäre ja gegen das Geschäftsmodell ;)
In seinem aktuellen Konjunkturbericht (http://www.bitkom.de/47919_47907.aspx) zur Telekommunikationsbranche hat der Branchenverband Bitkom erneut die Forderung erhoben, Preise für Breitband regional zu differenzieren.
Einen zusätzlichen Schub brauche auch der Breitbandsektor. In ländlichen Gebieten sind schnelle Internetzugänge oft nicht verfügbar, weil es zu teuer ist, die Infrastruktur aufzubauen. Laut BITKOM sollten die Landesmedienanstalten frei werdende Rundfunkfrequenzen für Breitband öffnen. Zudem sollte es den Anbietern leichter gemacht werden, ihre Preise regional zu differenzieren. Scheer: 'Die Telekommunikationsanbieter brauchen Investitionsanreize. Wenn ländliche Regionen von der digitalen Welt nicht entkoppelt werden sollen, müssen wir das Tabu des Einheitspreises aufbrechen.'
Im Klartext bedeutet diese Forderung, dass höhere Preise für standardisierte Breitbandzugänge im aufwändig zu erschließenden ländlichen Raum der Normalfall sein sollen. Einer Branche, die sich gerade einen ruinösen Preis-Wettbewerb liefert, dürfte dies gefallen. Fragt sich, wieviele eigenständige Unternehmen noch was davon haben werden. Wenn eintritt, was Hansenet-Chef Rösch im Magazin Spiegel aus dieser Woche prophezeit, dann werden diesen Preiskampf nur drei oder vier nationale Anbieter überstehen.
Nenunikat
13.09.2007, 19:04
Ich frage mich, was das soll?
Wenn es zugelassen wird, dass Internet auf dem Land teurer sein soll als in der Stadt, dann wird damit eine aktive Verstädterungspolitik betrieben.
Noch mehr in die Städte (besonders die in Westdeutschland) und der Rest wird langsam entvölkert.
Ich kann ja verstehen, dass einige Unternehmen gern noch ein bischen mehr für ihren mageren DSL- und sonstigen Breitbandausbau nehmen würden.
Aber diese Forderung ist mal wieder nicht zu Ende gedacht.
Am Ende fordert die Post noch, dass das Porto für Briefe auf dem Land auch erhöht werden müsste, da ja die Wege länger sind ...
Dann kommt vielleicht noch die Forderung, dass ein Analog- oder ISDN-Anschluss und eine Mobilfunkverbindung auf dem Land mehr kosten soll?
Außerdem ist das DSL-Ausbauproblem nicht nur auf dem Land vorhanden, sondern auch in städtischen Gebieten.
Ein Beispiel ist der Ortsteil Dresden-Striesen.
Dresden ist ja nun nicht gerade eine Kleinstadt.
Dann komm noch dazu, dass ja auch dort nicht ausgebaut wird, wo es technisch problemlos möglich wäre - aber eben noch keine Konkurrenz gesehen wird. Dies erlebe ich konkret bei mir zu Hause.
Das ist ja wieder die andere Seite.
Wer definiert diese Bereiche wo die Anbieter mehr Geld verlangen dürfen?
Mehr Geld zu bezahlen als andere würde ich nur aktzepieren, wenn man dann auch eine Ausbau-GARANTIE bekommt.
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