Flora
21.05.2007, 00:18
Nicht nur die Veröffentlichungen der Deutschen Telekom zum DSL-Erschließungsgrad oder der Breitbandatlas aus dem deutschen Bundeswirtschaftsministerium werden immer wieder angezweifelt, auch die von der OECD regelmäßig publizierte Statisik zur weltweiten Breitbandnutzung ist auf Widerspruch gestoßen.
Das australische Forschungsunternehmen Market Clarity (http://www.marketclarity.com.au/freebies) hat den OECD-Bericht des Sommers 2006 in einer Studie unter dem Titel "Broadband Wars: The OECD's International Broadband Arms Race" (http://www.marketclarity.com.au/freebies/OECD-BB-Wars-23-May-2007.pdf) (5,8 MB pdf-Datei) systematisch analysiert und dabei ganz erhebliche Ungereimtheiten und Ungenauigkeiten festgestellt. Beispielsweise wichen im Extremfall die OECD-Daten von den offiziellen der FCC für die USA um 14 Prozent ab, was immerhin 8 Millionen Kunden ausmacht. Abweichungen kamen auch durch fehlende Korrekturen bei der Breitbanddefinition zustande. Die OECD zählt Geschwindigkeiten ab 256 Kbit/s zu Breitband, Länder wie Frankreich, Neuseeland und die Slowakei melden Breitbanderschließung jedoch bereits ab 64 Kbit, Griechenland, Schweden und die Türkei erst ab 512 Kbit, Mexiko ab 1 Mbit. In der Folge führte dies zu fehlerhaften Werten für 14 Länder.
Unter dem Strich blieben Defizite in der statistischen Präzision bei 28 der 30 OECD-Länder. Wie der deutsche Breitbandatlas bilden die OECD-Daten zentrale Elemente der Diskussion von und politischer Entscheidungen über Breitband, sodass diese statistischen Fehler erhebliche politische Fehleinschätzungen und damit Fehlentscheidungen geradezu heraufbeschwören.
[Update] Die OECD hat die Kritik an ihrer Statistik zurückgewiesen. In ihrer Stellungnahme auf ITWire "OECD hits back at broadband stats inaccuracy claims" (http://www.itwire.com/content/view/12224/127/1/2/) (17.05.207) versucht sie die Kritik zu widerlegen und wirft den Autoren der Studie dubiose Befunde und fehlerhafte Berechnungsmethoden vor. Was wiederum Market Clarity nicht auf sich sitzen lassen konnte und unter Verweis auf das die OECD-Methodologie ebenfalls kritisierende US Department of State zu einer Reaktion herausforderte: Market Clarity hits back at OECD in broadband stats battle (ebenfalls in ITWire (http://www.itwire.com/content/view/12374/127/1/0/), 23.05.2007).
Das australische Forschungsunternehmen Market Clarity (http://www.marketclarity.com.au/freebies) hat den OECD-Bericht des Sommers 2006 in einer Studie unter dem Titel "Broadband Wars: The OECD's International Broadband Arms Race" (http://www.marketclarity.com.au/freebies/OECD-BB-Wars-23-May-2007.pdf) (5,8 MB pdf-Datei) systematisch analysiert und dabei ganz erhebliche Ungereimtheiten und Ungenauigkeiten festgestellt. Beispielsweise wichen im Extremfall die OECD-Daten von den offiziellen der FCC für die USA um 14 Prozent ab, was immerhin 8 Millionen Kunden ausmacht. Abweichungen kamen auch durch fehlende Korrekturen bei der Breitbanddefinition zustande. Die OECD zählt Geschwindigkeiten ab 256 Kbit/s zu Breitband, Länder wie Frankreich, Neuseeland und die Slowakei melden Breitbanderschließung jedoch bereits ab 64 Kbit, Griechenland, Schweden und die Türkei erst ab 512 Kbit, Mexiko ab 1 Mbit. In der Folge führte dies zu fehlerhaften Werten für 14 Länder.
Unter dem Strich blieben Defizite in der statistischen Präzision bei 28 der 30 OECD-Länder. Wie der deutsche Breitbandatlas bilden die OECD-Daten zentrale Elemente der Diskussion von und politischer Entscheidungen über Breitband, sodass diese statistischen Fehler erhebliche politische Fehleinschätzungen und damit Fehlentscheidungen geradezu heraufbeschwören.
[Update] Die OECD hat die Kritik an ihrer Statistik zurückgewiesen. In ihrer Stellungnahme auf ITWire "OECD hits back at broadband stats inaccuracy claims" (http://www.itwire.com/content/view/12224/127/1/2/) (17.05.207) versucht sie die Kritik zu widerlegen und wirft den Autoren der Studie dubiose Befunde und fehlerhafte Berechnungsmethoden vor. Was wiederum Market Clarity nicht auf sich sitzen lassen konnte und unter Verweis auf das die OECD-Methodologie ebenfalls kritisierende US Department of State zu einer Reaktion herausforderte: Market Clarity hits back at OECD in broadband stats battle (ebenfalls in ITWire (http://www.itwire.com/content/view/12374/127/1/0/), 23.05.2007).