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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : EU-Entscheidung zu Teléfonica: DSL-Verfügbarkeit geringer wegen Mißbrauchs der Marktmacht


Flora
04.07.2007, 14:00
Die EU verhängte gegen den spanischen Telekommunikationskonzern Teléfonica heute die höchste je verhängte Anti-Trust-Strafe: fast 152 Millionen Euro. Der Preis für DSL liege in Spanien um ein Fünftel über dem des Durchschnitts der EU-15.* Der Mißbrauch der Marktmacht sei ursächlich dafür, dass die Marktduchdringung von DSL in Spanien 20 Prozent unter dem Durchschnitt der EU-15 liege. Beim Wachstum liege der Anteil sogar fast ein Drittel zurück. Wie in Deutschland ist ADSL in Spanien die hauptsächlich genutzte Breitbandart. Der Anteil liegt bei 80 Prozent. Grundlage der Kommissionsentscheidung waren Marktbeobachtungen zwischen 2001 und 2006.

Schon in der Vergangenheit traf die EU-Kommission rigorose Entscheidungen, um den freien Wettbewerb im ITK-Sektor zu ermöglichen. Dazu zählte jüngst die Klage gegen Deutschland wegen des VDSL-Monopols für die Deutsche Telekom. Freier Wettbewerb ist nach Ansicht der EU-Kommission das zentrale Mittel, um zu einer schnellen Breitbandverfügbarkeit bei vernünftigen Preisen zu gelangen. So werde auch die Entscheidung gegen Teléfonica dafür sorgen, dass die Breitbandpenetration in Spanien zügiger erfolgt. Als Beispiel verweist sie auf die Bestrafung des französischen Anbieters Wanadoo (der Internetanbieter der France Télécom) im Jahr 2003. Heute sei der französische Markt einer der wettbewerbsstärksten in Europa, mit deutlich günstigeren Tarifen und einer erheblich ausgeweiteten Verfügbarkeit.

* 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bis zur sogenannten Osterweiterung am 1. Mai 2004