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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gemeinden die wo jammern


Flora
16.10.2007, 16:17
Einen Tag vor dem Beginn der baden-württembergischen Veranstaltungsreihe Breitbandversorgung im Ländlichen Raum (http://kein-dsl.de/forum/thread.php?threadid=3410) hat der Gemeindetag des Landes auf einem Kommunalforum gegenüber der Presseagentur dpa mit dem Argument der Wettbewerbsfähigkeit eine Breitbandförderung angemahnt.

Danach wird der Hauptgeschäftsführer des Kommunalverbandes Professor Christian Steger mit der häufig wiederholten, gleichwohl falschen Behauptung zitiert, in den Städten stünden Breitband-DSL und Glasfaser-Datennetze zur Verfügung, der ländliche Raum hingegen werde bei Kommunikationstechnologie zu ähnlichen Konditionen immer wieder vertröstet. Die Versorgungsproblematik der Städte mag im Ländle vernachlässigbar sein, bundesweit aber ist diese Aussage nachweislich falsch.

Genau so falsch ist Stegers Hinweis, in anderen Bundesländern gebe es bereits Förderprogramme für eine Breitband-Verkabelung. Eine Förderung ist fraglos dringend geboten, doch bis auf Schleswig-Holstein gibt es sie bislang nicht. Als dritten Punkt schließlich meinte er laut dpa-Meldung, die Verkabelung sei das große Sorgenkind der Gemeinden. Nicht nachvollziehbar ist, wieso sich der Gemeindeverband allein auf diesen Zugang konzentriert, der ungleich kostenträchtiger und zeitaufwändiger ist als drahtlose Lösungen und deshalb die Erschließung von Gemeinden unnötig weiter verzögern würde.

Erfreulich war immerhin, dass auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger Einsicht in die Versorgungsproblematik zeigte. Zwar bezog auch er es auf eine Verkabelung, aber auf dem Kommunalforum bestätigte er die Breitbandnotwendigkeit: "Wir brauchen diese Technologie, damit künftig bei der Frage der Erreichbarkeit das Dorf keinen Nachteil hat gegenüber dem Arbeitsplatz in der Großstadt." Damit sollte einem Beschluss des Landes für eine finanzielle Breitbandförderung nicht mehr viel im Wege stehen.