Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktionsprogramm von VATM/DStGB/DLT: Jedes Dorf und jede Stadt ans Netz [Upd]
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) appelliert an Politik und Wirtschaft, die von ihm mit ins Leben gerufene Breitbandinitiative zur Versorgung ländlicher Gegenden mit modernen und leistungsfähigen Internetanschlüssen zu unterstützen. "Es gehört zur Gleichwertigkeit von Lebensbedingungen, dass jeder Bürger und jedes Unternehmen Zugang zu schnellen Datenverbindungen hat" stellte Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes, fest. Gebiete ohne Breitbandversorgung haben als Wirtschafts- aber auch Wohnstandorte kaum noch Chancen.
Folge sei eine dramatische Beschleunigung der Landflucht. Unternehmen wanderten ebenso ab wie jüngere Menschen, da die notwendigen zeitgemäßen Kommunikationsmöglichkeiten fehlten. "Daraus entstehen teils gravierende ökonomische Nachteile für Gemeinden und Regionen, die mit dem Bevölkerungs- und Arbeitsplatzverlust, Steuerausfällen und vermehrten Aufwendungen zur Abfederung von teils massiver Arbeitslosigkeit einhergehen", so Landsberg. Betroffen seien ca. drei Millionen Haushalte (= ca. fünf Millionen Bürger) in wahrscheinlich mehr als 2.500 Städten und Gemeinden. Bei diesen Zahlen werden DSL light-übliche Geschwindigkeiten nicht berücksichtigt, sondern eine Untergrenze von 1 Mbit angelegt.
Da alle bisherigen Bemühungen von Politik und Wirtschaft die Situation nicht nachhaltig verbessern konnten, hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund, zusammen mit dem Deutschen Landkreistag (DLT) und dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), ein Aktionsprogramm (http://www.vatm.de/content/sonstige_materialien/inhalt/26-11-2007.pdf) (56 KB pdf-Datei) (der VATM nennt es "Masterplan", die Sprachregelung des DStGB ist "Appell") entwickelt, um die weißen Flecken auf der deutschen Breitbandkarte zeitnah zu schließen. Ziel ist es, innerhalb kurzer Zeit individuell die jeweils grundsätzlich geeigneten Erschließungstechnologien, den Wirtschaftlichkeitsgrad der Erschließung sowie eventuell notwendige Fördermöglichkeiten zu identifizieren, um die Orte schnell ans Netz anschließen zu können.
Landsberg rief Politik und Wirtschaft dazu auf, zum Gelingen der Initiative beizutragen. Angesichts der zahlreichen und ständig wachsenden Vorteile moderner breitbandiger Internetkommunikation sei das noch bestehende massive Kommunikationsinfrastrukturgefälle zwischen Ballungsräumen und ländlichen Gebieten nicht länger hinnehmbar.
[Update] Neben dem DStGB hat heute nachmittag auch der VATM eine Pressemitteilung veröffentlicht. Dort werden sehr ambitionierte Zeitvorgaben formuliert:
"Wenn es gelingt, alle Kräfte (...) zu bündeln und mit bereits bestehenden Bestrebungen auf Bundes- und Landesebene zu koordinieren, sollten innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate 90 Prozent der derzeit nicht versorgten Gemeinden einen Zugang zum schnellen Internet bekommen können", so VATM-Chef Jürgen Grützner. Im Mai/Juni 2009 bliebe demnach ein unversorgter oder unterversorgter Rest von 200 Kommunen.
[Update_2] Auf dem Pressetag des VATM am 10. Dezember 2007 erläuterte Grützner den sog. Masterplan. In seinem Vortrag: Telekommunikation im Wettbewerb - Markt, Strategien und Konsequenzen für den Verbraucher (http://www.vatm.de/dokumente/2007_vatm.pdf) führte er dabei aus, dass der VATM einen Breitband-Universaldienst (Grundversorgungsanspruch) nicht für die Lösung zur Überwindung der Versorgungsdefizite hält und daher ablehnt. Von seiten der EU-Kommission ist hier aber auch kurzfristig keine Änderung beabsichtigt, wie der Vorschlag einer Richtlinienänderung "Universaldienst und Nutzerrechte bei elektronischen Kommunikationsnetzen und -diensten" (http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/doc/library/proposals/698/com_2007_0698_de.pdf) von Mitte November zeigt. Zumal im kommenden Jahr ja ohnedies die turnusgemäße Überprüfung ansteht. Auch die Bundesregierung lehnt einen Grundversorgungsanspruch weiterhin ab und setzt stattdessen auf Information über Breitbandalternativen (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=9708), Fördermöglichkeiten und die Bereitstellung von Finanzmitteln der EU (http://www.kein-dsl.de/forum/showpost.php?p=83865&postcount=4) (s. auch hier (http://www.kein-dsl.de/forum/showpost.php?p=80973&postcount=2)) sowie die direkte Förderung des Bundes und der Länder (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=9222) ab 2008 zur Deckung der Wirtschaftlichkeitslücke beim Ausbau in wirtschaftlich weniger attraktiven Regionen.
[Update_3 23.01.2008] Die Fraktion der Liberalen im Deutschen Bundestag hat sich den Appell von VATM, Städte- und Gemeindebund sowie dem Landkreistag zueigen gemacht und einen Antrag ins Parlament eingebracht. Als Dreh- und Angelpunkt für ein größeres und zielgerichteteres Engagement bei der Breitbanderschließung wurde dabei eine mangelnde Übersicht an verlässlichen Informationen über die vor Ort bestehenden Versorgungssituationen identifiziert. Entsprechend fordert der FDP-Antrag "Datenbasis für flächendeckende Versorgung mit breitbandigem Internetzugang schaffen" auf Drucksache Nummer 16/7862 (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/078/1607862.pdf) (pdf-Datei, 80 KB) die Bundesregierung auf, in Kooperation mit den genannten Verbänden alle Maßnahmen zu ergreifen die notwendig sind, diese Datenbasis zu schaffen.
Die erforderlichen Daten zu erheben und bereitzustellen, sei Aufgabe des Staates, stellen die Liberalen fest. Gleichzeitig rammt die FDP vorsorglich Pflöcke ein, dass die Bundesregierung Ideen auf Eis legt, die außerhalb eines marktwirtschaftlichen Erschließungsprozesses liegen. Auch wenn es nicht explizit als Forderung benannt ist, dürfte damit in erster Linie die als beliebtes Allheilmittel aus Omas Arzneischrank herausgekramte Grundversorgungspflicht zählen, die vom Branchenverband VATM vehement abgelehnt wird.
Original von Flora
Gebiete ohne Breitbandversorgung haben als Wirtschafts- aber auch Wohnstandorte kaum noch Chancen.
Folge sei eine dramatische Beschleunigung der Landflucht. Unternehmen wanderten ebenso ab wie jüngere Menschen, da die notwendigen zeitgemäßen Kommunikationsmöglichkeiten fehlten. "Daraus entstehen teils gravierende ökonomische Nachteile für Gemeinden und Regionen, die mit dem Bevölkerungs- und Arbeitsplatzverlust, Steuerausfällen und vermehrten Aufwendungen zur Abfederung von teils massiver Arbeitslosigkeit einhergehen", so Landsberg.
r.
Also, bei uns ist die Landflucht schon angekommen, und macht sich bereits deutlich bemerkbar.
In der Statistik sinkt die Anzahl der Einwohner komtinuirlich, und in unserem Ort sind in einem Mietshaus, mit 9 Wohnungen nur noch eine vermietet, auch in den örtlichen Zeitungen sehe ich immer wieder Anzeigen Wohnraum zu vermieten, und die Wohnungen stehen im noch leer.
Häuser zum Verkauf ausgeschrieben, stehen lange leer.
Die Landflucht vwird sicherlich auch durch die hohen Spirtpreise verstärkt, dumm gelaufen der wie ich auf dem Land gebaut hat ;)
tja aber das interessiert die Telekom herzlich wenig--> das Einzigste was zählt ist Gewinn machen um jeden Preis ohne viel Aufwand... ?( :evil:
Leider ist es bei uns nicht nur die T-Com, sondern auch ein BM der sich wenig für unseren Ort inteerssiert und engagiert in puncto DSL ); das ist leider ein erschwerender Faktor der noch hinzukommt ):
Stefan_Helmert
26.11.2007, 21:55
Hallo,
die Telekom hat doch die Pflicht jeden mit einem Telefonanschluss zu versorgen. Jetzt bleibt noch die Frage zu klären was denn nun billiger ist, DSL an einem bestehenden Anschluss nachzurüsten, oder einen ganz neuen Anschluss zu legen? Es ist doch so, wenn die Leute ohne DSL umziehen und das Haus leer steht, dann war es ziemlich sinnlos, dass die Telekom da ein Kabel hingelegt hat. Dann muss sie ja immernoch ein Telefonkabel an das neue Haus legen, was nochmal kostet. Blöd ist es dann nur, wenn alle Dorfbewohner in die Stadtziehen und dort in einem Mehrfamilienhaus leben, wo sich dann viele Leute einen VDSL-Anschluss über WLAN teilen und auch noch darüber mit Voip telefonieren.
Aber ich denke das wird die Telekom schon noch merken...
Nenunikat
27.11.2007, 21:27
Ich kann solchen Meldungen nicht glauben.
Da werden sicherlich weiterhin eine große Anzahl an Haushalten ohne Breitbandanschluss auch weiterhin zum Schmalbandsurfen gezwungen sein.
Immerhin auffällig ist, das beispielsweise Arcor und Versatel nun auch der Meinung sein dürften mit VDSL das große Geld zu machen oder eben VDSL auch im Angebot haben zu müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dies heißt auf deutsch: auch diesen Unternehmen ist - wie der Telekom - der Telefonkunde ohne Breitband auf dem Dorf oder in unversorgten Stadtgebieten völlig egal.
Sonst würden sich die genannten Unternehmen eher um die Breitband-losten Gegenden kümmern.
Solange mit diesem Handeln ausgedrückt wird "Breitband, außer für das Dorf", kann sonstwas versprochen werden.
Ernst ist es dann nicht mehr zu nehmen.
Genausowenig ernst, wie die Politiker, die bei Breitband auf den Selbstlauf vertrauen.
Original von Nenunikat
Ich kann solchen Meldungen nicht glauben.
Da werden sicherlich weiterhin eine große Anzahl an Haushalten ohne Breitbandanschluss auch weiterhin zum Schmalbandsurfen gezwungen sein.
Immerhin auffällig ist, das beispielsweise Arcor und Versatel nun auch der Meinung sein dürften mit VDSL das große Geld zu machen oder eben VDSL auch im Angebot haben zu müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dies heißt auf deutsch: auch diesen Unternehmen ist - wie der Telekom - der Telefonkunde ohne Breitband auf dem Dorf oder in unversorgten Stadtgebieten völlig egal.
Sonst würden sich die genannten Unternehmen eher um die Breitband-losten Gegenden kümmern.
Solange mit diesem Handeln ausgedrückt wird "Breitband, außer für das Dorf", kann sonstwas versprochen werden.
Ernst ist es dann nicht mehr zu nehmen.
Genausowenig ernst, wie die Politiker, die bei Breitband auf den Selbstlauf vertrauen.
Genauso sehe ich das auch!!
Unser BM hat mir vorgerechnet wie teuer das verlegen von Kabel wäre für die T-Com, und ich solle doch einsehen wie unrentabel das für die T-Com wäre unser kleines Örtchen mit Kabel DSL zu versorgen.
Es kommt niemals Kabel DSL in unser Dorf meinte er noch!!
...und wenn Edge 220kbits schon als Breitband gilt, hats der T-Konzern schon fast geschafft. :D
T-Mobile will/hat ihr GSM-Netz vollständig Edge tauglich gemacht.Grund sicher auch das iPhone, welches bisher nichts anderes kann ;)
stenny74
28.11.2007, 12:35
Original von henny
Genauso sehe ich das auch!!
Unser BM hat mir vorgerechnet wie teuer das verlegen von Kabel wäre für die T-Com, und ich solle doch einsehen wie unrentabel das für die T-Com wäre unser kleines Örtchen mit Kabel DSL zu versorgen.
Es kommt niemals Kabel DSL in unser Dorf meinte er noch!!
Tja, dann den BM einfach mal fragen, ob er dir auch vorrechnen kann, wie lange der Ort noch bewohnt ist, wenn die jungen Leute wegziehen...
Original von stenny74
Tja, dann den BM einfach mal fragen, ob er dir auch vorrechnen kann, wie lange der Ort noch bewohnt ist, wenn die jungen Leute wegziehen...
;) nicht nur die Jugend zieht weg! Und nach kommt so gut wie nichts mehr.
Sag mal wer ist denn bei euch der Wimaxbetreiber?
Bei uns soll ab Frühjahr Mvox aktiv sein, aber das sagen sie schon seit zwei Jahren alle paar Monate ;)
Soweit ich eruiert habe ist Mvox wohl Richtfunk??
Ich glaube es erst wenn es geht ;), denn wie schon geschrieben es wurde viel gesagt und wenig getan ;)
DerJens^^
29.11.2007, 11:09
Original von cib
tja aber das interessiert die Telekom herzlich wenig--> das Einzigste was zählt ist Gewinn machen um jeden Preis ohne viel Aufwand... ?( :evil:
Also die tun ja nun schon viel. Ich bin zwar auch kein Fan von T-Com aber wieso meckert ihr dann nicht genauso über Arcor und die anderen? Bei denen scheint keiner rum zu jammern, dass die ihre eigenen Netze auch erstmal in Städten ausbauen.
stenny74
29.11.2007, 12:20
Original von henny
Sag mal wer ist denn bei euch der Wimaxbetreiber?
RW-Wireless (Schinkel). Hat ein kleines Netz aufgebaut. Der Sender steht in ca. 6 km Entfernung und ich habe das Glück, dass ich direkte Sichtverbindung habe. Bei einem Nachbarn wurde es schon installiert und klappt bestens.
Werde ich mir im Frühjahr auch holen, wenn man wieder aufs Dach kann, ohne Knochenbrüche zu erleiden. :D
Original von stenny74
RW-Wireless (Schinkel). Hat ein kleines Netz aufgebaut. Kein Wimax (http://www.rw-wireless.de/index.php?id=7)!
Original von cib
tja aber das interessiert die Telekom herzlich wenig--> das Einzigste was zählt ist Gewinn machen um jeden Preis ohne viel Aufwand... ?( :evil:
falsch ;)
die telekom will das unterfangen unterstützen und ebenfalls die "weißen flecken" schließen, das macht sich z.z. bei mir bemerkbar, da z.z. z.b. ne dsl leitung in sonen kaff das mitm innem tal liegt gelegt wird..
ich vermute die wollen nun so endlich ihren fetten arsch bewegen..
hope 4 better dsl-days o.0
Nenunikat
29.11.2007, 21:46
Original von DerJens^^
Also die tun ja nun schon viel. Ich bin zwar auch kein Fan von T-Com aber wieso meckert ihr dann nicht genauso über Arcor und die anderen? Bei denen scheint keiner rum zu jammern, dass die ihre eigenen Netze auch erstmal in Städten ausbauen.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
Ich habe in meinem Diskussionsbeitrag genau darauf gezielt, dass Arcor und Versatel inzwischen offensichtlich auch der Meinung sind, sich um VDSL in den Großstädten kümmern zu müssen und die unversorgten Gebiete weiter unversorgt zu lassen.
Mit dieser Entscheidung haben sich diese beiden Unternehmen im Breitband-Bereich auf das niedrige Service-Niveau der Telekom begeben.
gerade ein angebot gesehen mobiles dsl
gefreut wie blöd
dann mal den check gamacht ?(
nicht verfügbar
finds echt ein witz
das sich alle anbieter auf stadte konzentrieren
ist dort doch ehh schon fast alles ausgebaut.
warte schon jetzt fast 8 jahre auf DSL
das ist doch ein witz wie Leute in diesen Staat verarscht werden.
dann ruft noch die Telecom an und meint DSL ist verfügbar
war dann nach genaueren nachfragen garnicht möglich ?(
so langsam wird mir immer mehr klar
das diese Staat zum grossteil nur noch aus Deppen besteht
DerJens^^
30.11.2007, 08:28
Original von Nenunikat
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
Ich habe in meinem Diskussionsbeitrag genau darauf gezielt, dass Arcor und Versatel inzwischen offensichtlich auch der Meinung sind, sich um VDSL in den Großstädten kümmern zu müssen und die unversorgten Gebiete weiter unversorgt zu lassen.
O.K. Mein Fehler! Das geb ich gern zu, Muss ich wohl überlesen haben. Dann gilt das halt nicht für dich aber für den (nicht geringeren) Rest der sich warlich NUR über T-Com beschwert.
Und lesen kann ich, aber ob das ein Vorteil ist weiß ich nicht! Es ist wie mit den Ohren. Das ist auch der größte Fehler in der Evolution. Dass die Augen schließbar sind, aber die Ohren nicht.
@Valance: Jopp, muss ich dir zustimmen. Ich hätte es auch nie für möglich gehalten, dass in unserem Dorf so früh DSL kommt. Wir haben grade mal was um die 400 Einwohner, von dene bestimmt nicht jeder Rentner und jedes Kind und Baby DSL beantragt und dennoch haben sie es uns verlegt.
Der Vorteil ist bei uns natürlich klar im Bereich Opal zu suchen! Aber alle die jetzt noch nix haben sollten die Hoffnung nicht aufgeben. Ich denke WiMax ist ein erst zu nehmender Gedanke vor allem im Frequenzbereich 2-11 bei welchem keine direkte Sichtverbindung nötig ist.
ASUS1889
30.11.2007, 14:42
Das wäre doch mal eine gute Initiative. Am Netz im Moment jeder, nur ist es dann bei vielen nicht DSL fähig.
DerJens^^
30.11.2007, 15:00
Original von ASUS1889
Am Netz im Moment jeder, nur ist es dann bei vielen nicht DSL fähig.
Und jetzt nochmal so, dass es jeder versteht bitte! 8o
floogie008
30.11.2007, 15:32
Und jetzt nochmal so, dass es jeder versteht bitte! geschockt
Er meint wrascheinlich das die Telekom dazu verpflichtet is jedem in der BRD der einen Telefonanschluss beantragt diesen zur verfügung zu stellen, womit dann jeder im prinzip ans Netz angeschlossen ist wenn auch ohne dsl.
mfg
floogie
Hi,
na ja, wenn man mal genau hinschaut, werden da auch Dinge wie "DSL-SAT" als Alternative genannt und das ist heute schon überall verfügbar (allerdings auch eher unbrauchbar, jedenfalls nicht vergleichbar mit echter Breitbandanbindung). M. E. mal wieder große Worte, um Aufmerksamkeit zu erregen und nix dahinter. Weder T-Com noch ein anderer Anbieter wird auf einmal den Bagger in die Hand nehmen und kilometerweit Kabel legen etc.; dafür ist das viel zu teuer. Und gerade im ländlichen Bereich sind gar keine Mittel vorhanden, damit etwa eine Gemeinde dem Provider den nötigen Zuschuß leisten kann. Nur mal als Beispiel. Für unserer 1000 Einwohner Dorf (verteilt auf mehrere Ortslagen, die je nach Entfernung teilweise zumindest DSL-light haben, überwiegend und vor allem im Kerndorf aber kein DSL) soll der Ausbau laut T-Com 475.000 EUR kosten. Das Land hat einen Fördertopf, aus dem 75.000 EUR (oder waren es nur 50.000 EUR? Ist eh egal...) kommen könnten. Demnach müßte eine Gemeinde, wo man sich Gedanken machen muß, die Straßenlaternen eine Stunde früher abzuschalten um 300 EUR Stromkosten zu sparen, 400.000 EUR aufbringen; ist natürlich völlig abwegig. Und so wird es auch auf absehbare Zeit bleiben; allenfalls könnte theoretisch Funkversorgung abhelfen. Allerdings gibt es UMTS auch nicht und an eine Flächenversorgung mit WiMax glaube ich schon lange nicht mehr...
Gruß
Peter
Hi Peter,
leider ist es für die Telekom zur Normalität geworden, von den Gemeinden für den Ausbau finanzielle Zuschüsse zu verlangen. Da es für die meisten ( wenn nicht sogar alle) Gemeinden keinerlei finanzielle Spielräume gibt, ist die Aussicht auf DSL daher sehr gering bis ausgeschlossen.
Auch unsere Gemeinde (ca. 1500 Einwohner in 4 Ortsteilen) ist an einem DSL-Ausbau interessiert. Die Telekom verlangt als Grundvoraussetzung die Beteiligung am Ausbau durch die Gemeinde. Zwar wurden noch kene Summen genannt, doch die zuständigen Ansprechpartner unserer Gemende/Amtsverwaltung schätzen die Möglichkeit sehr skeptisch ein, dass sich die Gemeinde an einer Finanzierung des DSL-Ausbaus beteiligen könnte.
Auch hier ist somit nur noch ein möglicher Funk-DSL Anbieter der einzige Lichtblick.
Gruß
DerJens^^
30.11.2007, 18:32
würden sich denn die Bürger deiner Gemeinde vielleicht an den Kosten beteiligen? Das würde die Gemeinde entlasten.
Hi,
ist eine ziemlich einfache Rechnung: 400.000 EUR wären bei 200 Interessenten 2000 EUR pro Nase. Ich glaube, damit erübrigt sich weiteres Nachdenken. Selbst wenn die Interessentenzahl noch höher sein dürfte, bleibt das schlicht abwegig; sowas ist für ländliche Gemeinden ähnlich weit weg wie der Airbus-Kauf für den Durchschnittsverdiener ;)...
Gruß
Peter
DerJens^^
30.11.2007, 21:40
400.000? Woher kennst du diese Zahl? Ich habe mal was gelesen von 40.000€uro bei 100 Interessenten und diese Zahl viel dann mit der steigenden Zahl der Vertragsabschlüsse. Nu bin ich natürlich nicht sicher, welche Zahlen stimmen. Aber bei 40.000 sähe die Sache da schon anders aus.
Bei uns ist es ganz lustig. Wir haben 1000 Einwohner, die Gemeinde weis von nix und dennoch wurde bei uns ausgebaut. Das find ich kurios!
PS: Na komm, so teuer iss n Airbus nu auch wieder nicht. Hast du keine vernünftige Arbeit? :P
Hi,
die Zahlen hatte ich oben schon erwähnt; sie stammen von der T-Com. Schließlich hatten wir uns hier schon intensiv um einen Ausbau bemüht, Unterschriften von Interessenten eingeholt, Fördermöglichkeiten über die Gemeinde beim Land angefragt etc.
Ursprünglich war mal ein Gerücht mit Kosten von ca. 150.000 EUR aufgetaucht; da hatten wir noch Chancen gesehen (Hälfte vom Land als Förderzuschuß, Rest sollte die T-Com übernehmen, dafür eine garantierte Zahl von Anschlußbestellern); als die T-Com dann verbindlich mit Zahlen rausrückte, war der Drops sofort gelutscht; mit solchen Zahlen brauchten wir uns gar nicht weiter zu beschäftigen.
Gruß
Peter
DerJens^^
30.11.2007, 22:02
Das ist dann natürlich wirklich heftig. Da kann man auch mal sehen, mit was für sinnlosen Zahlen in anderen Foren umher geworfen wird. Die haben bei den 40.000 vielleicht einfach nur eine 0 vergessen.
Bleibt nur auf Alternative zu hoffen. Aber bei 200 Mann könnte man doch z.B. Sat-DSL bestellen und sich dann per WLAN verbinden und somit die Kosten teilen oder ähnliches.
Nenunikat
01.12.2007, 12:47
Original von pe_ga
...
Weder T-Com noch ein anderer Anbieter wird auf einmal den Bagger in die Hand nehmen und kilometerweit Kabel legen etc.; dafür ist das viel zu teuer.
...
Peter
Es reicht bei solchen Unternehmen, wie der Telekom ja nicht mal soweit, DSL dort verfügbar zu machen, wo die notwendigen Kabel schon lange liegen und nur die Elektronik (DSLAM und Switch) installiert werden müsste.
Die betrifft Verteilerkästen am Straßenrand genauso wie Indoor-ONUs.
Genauso wenig ist verständlich, dass die Haushalte in sonst mit DSL versorgten Glasfaser-Gebieten kein DSL bekommen, welche an Indoor-ONUs hängen. Denn diese arbeiten nach dem selben Prinzip wie die Outdoor-ONUs in den Verteilerkästen am Straßenrand. Nur das bei den Indoor-ONUs alles eine Nummer kleiner ist. Und genau deswegen hat wahrscheinlich nicht genügend Profit gewinkt, weshalb garnicht nach einer entsprechenden Standardlösung für die Indoor-ONUs gesucht wurde. Technisch hätte genau das gleiche Prinzip verwendet werden können, wie bei den Verteilerkästen am Straßenrand - nur eben beispielsweise als extra Kasten.
Es ist weiterhin nicht verständlich, dass immer noch mit der teuren ATM-Technik hantiert wird und nicht zur wesentlich billigeren Ethernet-Technik gewechselt wird. Dabei ist das DSL-Netz (zumindestens hier) ab dem jeweiligen Splitter vom restlichen Telefonnetz getrennt.
Dann müssten die nämlich auch von ihren hohen Beträgen runterkommen.
Aber die Manager denken sich schon was dabei für ihr vieles Gehalt ...
Original von DerJens^^
würden sich denn die Bürger deiner Gemeinde vielleicht an den Kosten beteiligen? Das würde die Gemeinde entlasten.
Es würde auf die Höhe der Kosten ankommen. Wenn wir uns in dem Bereich befinden, wie Peter sie genannt hat, kann man das wohl vergessen.
Der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstagausgabe) sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (http://www.dstgb.de/homepage/pressemeldungen/dstgb_will_schnelles_internet_auch_auf_dem_land/index.html) Gerd Landsberg, in Deutschland gebe es bis zu 800 Städte und Gemeinden mit rund 2200 Ortschaften, die nicht mit Breitband versorgt seien. Drei Millionen Haushalte mit über fünf Millionen Menschen dürften nicht vom Fortschritt abgekoppelt werden.
Das Problem werde sich noch verschärfen, weil sich der Datenbedarf jährlich verdopple, prognostizierte Landsberg. Dringender Handlungsbedarf bestehe besonders in Flächenländern wie Niedersachsen. "Schon jetzt ziehen sich mittelständische Unternehmen aus diesen Gebieten zurück, weil sie ohne die schnelle Internetverbindung ihre Geschäfte nicht mehr ordnungsgemäß abwickeln können«, warnte Landsberg. Das sei umso bedenklicher, da 60 Prozent aller mittelständischen Unternehmen ihren Standort in der Fläche haben. Auch die ärztliche Versorgung könne in Zukunft nur über ein funktionsfähiges Breitbandnetz organisiert werden.
Australien investiere 4,6 Milliarden Euro in Datenautobahnen (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=10740). "In Deutschland geht die Politik das Thema zögerlich und nur halbherzig an", beanstandete Landsberg. Die Programme des Bundes (http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=9222) fielen deutlich bescheidener aus, so seien im Etat des Landwirtschaftsministeriums lediglich 10 Millionen Euro für drei Jahre vorgesehen. "Das ist so viel, wie ein einziger Kilometer Autobahn kostet. Wir müssen viel mehr und viel schneller investieren, um Wettbewerbsnachteile für den Standort Deutschland zu vermeiden" , sagte der Hauptgeschäftsführer. Eine flächendeckende Breitbandversorgung Deutschlands erfordert nach seinen Worten Investitionen von 2,4 Milliarden Euro. "Wir müssen jetzt Anreize schaffen, dass Unternehmen auch in abgelegeneren Gebieten in Glasfaserkabel investieren", forderte Landsberg. Die Wettbewerbsregeln müssten so verändert werden, dass derjenige, der Datenautobahnen schafft, diese nicht sofort Billiganbietern überlassen muss.
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