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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : IT-Experten: Großer Nachholbedarf im Ausbau der flächendeckenden Breitbandinfrastruktur


Flora
10.12.2007, 13:52
Anlässlich des Zweiten IT-Gipfels heute in Hannover hat TNS Infratest (http://www.tns-infratest.com/03_presse/Presse/20071210_2eReport_MonitoringIKW2007.pdf) unter dem Titel "Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wirken zukünftig als wirtschaftliche Treiber und verändern die Gesellschaft nachhaltig" - einer kaum als neu zu bezeichnenden Erkenntnis - die Ergebnisse einer IT-Expertenbefragung bekannt gegeben. Das Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft untersucht im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie bereits seit 2000 eine Reihe von Schlüsselaspekten der IKT in Deutschland und erfasst Entwicklungen und Trends bis zum Jahr 2010 aus dem Blickwinkel von "Experten".

Zur Breitbandentwicklung ist die Meinung laut TNS Infratest:
Im Bereich der Infrastrukturentwicklung sehen die Experten die Breitbandtechnologie als einen herausragenden Entwicklungsbereich des Jahres 2007. Dementsprechend wird der weitere Ausbau der stationären Breitbandinfrastruktur in den kommenden Jahren nicht nur für die IKT-Branche, sondern auch für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands als sehr bedeutsam erachtet. „Als unabdingbare Basistechnologie legt Breitband die Grundlage für die Ausschöpfung der Potenziale im Bereich Anwendungen. Breitband wird zunehmend zu einem „must-have“ im nationalen sowie insbesondere im internationalen Wettbewerb. Darüber hinaus wird die Bedeutung des Breitbandausbaus auch für die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland von 70 Prozent der Experten als zunehmend hoch eingeschätzt“, fasst Dr. Malthe Wolf, Projektleiter Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft bei TNS Infratest, die Experteneinschätzung zusammen.

Aus Sicht der Experten hat Deutschland in einem der zentralen Schwerpunkte des Ersten Nationalen IT-Gipfels deutliche Fortschritte zu verzeichnen. Allerdings konstatieren die Experten, dass in diesem Schlüsselbereich für viele zukünftige Technologien, Anwendungen und Märkte noch große Herausforderungen zu meistern sind, um die IT der Zukunft für Deutschland optimal umsetzen zu können. 75 Prozent der Befragten sehen trotz erster Fortschritte derzeit den größten Nachholbedarf im Ausbau der flächendeckenden Breitbandinfrastruktur, um zukünftigen Herausforderungen begegnen und Chancen nutzen zu können.
Lippenbekenntnisse? Trotz der großen Bedeutung, die der Breitbanddurchdringung zugeschrieben wird, besitzt das Thema auf dem zweiten IT-Gipfel keine Top Priorität. Wird es überhaupt thematisiert? Eine Suche im IT-Gipfelblog (http://it-gipfelblog.hpi-web.de/) spuckt nur Nebensächlichkeiten aus. Keine Arbeitsgruppe, kein Arbeitsschwerpunkt, kein Diskussionspanel, kein Weblog.

Beim Branchenverband BITKOM heißt es zwar, auf dem IT-Gipfel wird nicht nur geredet, sondern man packt konkrete Hightech-Projekte an und treibt sie voran (http://www.bitkom.org/49488_49482.aspx). Und weiter in der Pressemitteilung (http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM-PI_IT-Gipfel_10.12.2007.pdf): Der IT-Gipfel solle fortgeführt werden. "Bildung und Fachkräftemangel, öffentliche Sicherheit, eine bessere Breitbandversorgung ländlicher Regionen und Green IT – dies sind zentrale Themen, an denen wir im kommenden Jahr arbeiten müssen." Aber sollte das die Antwort sein auf die "großen Herausforderungen" zum Ausbau der Breitbandinfrastruktur? Handelt es sich um eine gleichberechtigte Aufzählung bedeutender Aufgaben, oder bleibt Breitband nicht unterbelichtet, wenn es allenfalls als Randbedingung Eingang in den IT-Gipfel findet?

Schlimmes scheint zu befürchten, wenn auf der Webseite der Deutschen Breitbandinitiative (http://www.breitbandinitiative.de/) überhaupt nichts zu sehen von Breitband als aktuellem Top Thema, ja nicht einmal vom nationalem IT-Gipfel. Die Seite ist offenbar Mitte November während eines Vortrages des Arcorchefs weggenickert...

Nenunikat
10.12.2007, 21:01
Es ist mit der Breitbandversorgung genauso wie mit den angeblich fehlenden IT-Experten für die offenen Arbeitsplätze in diesem Bereich.
Es gibt da etliche Unternehmen, die es sich einfach machen und nach der für sie komfortabelsten und scheinbar passendsten Lösung rufen.
Bei den fehlenden Experten sollen es eben die ausländischen IT-Experten sein, welche die Lücken schließen sollen, die durch die fehlenden Ausbildungsanstrengungen und den Jugendwahn der betreffenden Unternehmen entstanden sind.
Bei der Breitbandversrogung wartet man eben auf die Subventionen oder schreibt ganze Landstriche bandbreitentechnisch ab, damit man sich besser mit dem Abenteuer VDSL beschäftigen kann.
Schade nur, dass man derzeit den Verantwortlichen für diesen Murks nicht die rote Karte zeigen kann ...