Interessengemeinschaft kein-DSL: Breitband für alle! Seit 2003

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Agenda 12.02.2012 18:45

Funkfrequenzen für mobiles Breitband
 
Das Europäische Parlament beschäftigt sich am 14. Februar 2012 mit den Funkfrequenzen für mobiles Breitband. Angestrebt ist eine harmonisierte Vergabe für Breitbandzugänge in den durch Abschaltung des analogen Fernsehens freiwerdenden Frequenzen bei 800 MHz ("Digitale Dividende") sowie im Funkband von 1200 MHz. Der vorläufige Deal mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union über die beste Neuzuteilung des Funkfrequenzspektrums wird zur Abstimmung stehen. Danach sollen Frequenzen im 800-MHz-Band vom 1. Januar 2013 für kabellose Breitbanddienste nutzbar gemacht werden (Deutschland ist hier mit der Frequenzauktion im Frühjahr 2010 und dem anschließend erfolgenden LTE-Ausbau europaweit führend). Zudem hat das Parlament beantragt, dass bis 2015 die Zuweisung ausreichender und geeigneter Frequenzen für den mobilen Datenverkehr im Bereich über 1200 MHz sichergestellt werden soll.

Agenda 17.02.2012 18:16

Das Europäische Parlament hat am 15. Februar neuen Regeln für die Nutzung der Funkfrequenzen in der Europäischen Union zugestimmt. Ab 2013 müssen die EU-Staaten mehr Frequenzen für drahtlose Breitbandnetze zur Verfügung stellen. Die Frequenzen sind nötig, um mit der wachsenden Nachfrage nach drahtloser Datenübertragung Schritt zu halten. Die bisherigen Mobilfunknetze platzen aus allen Nähten. Der Grund: der Erfolg des mobilen Internets. Angaben des Branchenverbandes Bitkom zufolge werden 2012 in Deutschland erstmals mehr internetfähige Smartphones als einfache Handys verkauft. Dadurch explodiert die Menge der versendeten Daten. Der Netzwerkausrüster Cisco schätzt, dass in 5 Jahren 18-mal mehr Daten über Mobilfunknetze weltweit versendetet werden als heute.

Die EU-Abgeordneten haben nun einem Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt, damit Europa, lange Vorreiter in Sachen mobiler Kommunikation, im Zeitalter des mobilen Internets nichts den Anschluss verliert. Die neuen Regeln zwingen die EU-Staaten dazu, bis Anfang 2013 Frequenzen, die bisher für analoges Fernsehen genutzt wurden, für extrem leistungsfähige 4G-Netzwerke freizugeben. Die physikalischen Eigenschaften der verwendeten Frequenzen erlauben, hohe Datenmengen mit weniger Sendemasten als bisher zu versenden.

Zwar liegt die Verwaltung dieser Frequenzen in den Händen der einzelnen Staaten, EU-Gremien helfen aber bei der Koordinierung dieser nationalen Ansätze. Diese Arbeit ist ein Grund für den Erfolg des europäischen GSM-Standards, der heute von mehr als 2 Milliarden Menschen weltweit genutzt wird. Doch vor allem der Siegeszug der Smartphones hat die Herausforderungen an die Verwaltung der Funkfrequenzen verändert. Radio, Fernseher, Mobilfunkgeräte oder GPS-Geräte nutzen seit Radiowellen seit langem zur Datenübertragung. Doch die nutzbaren Frequenzen sind begrenzt. Nur mit genauer Planung und Verwaltung der Frequenzen lassen sich Störungen bei der Datenübertragung vermeiden.

Dem von den EU-Abgeordneten verabschiedeten Programm für die Funkfrequenzpolitik (RSPP) nach, müssen die EU-Staaten bis Anfang 2013 die Nutzung der 800 MHz Frequenz für drahtlose Breitbandnetze freigeben. Derzeit wird diese Frequenz in vielen EU-Staaten noch für analoges Fernsehen verwendet. Die Frequenz wird aber Ende 2012 frei, wenn alle Fernseher auf digitalen Empfang umschalten. Die sogenannte "digitale Dividende" soll dann für extrem schnelles mobiles Internet genutzt werden. Damit könnten die derzeitigen 3G-Netzwerke entlastet werden. Neue 4G-Mobilfunknetzwerke ermöglichen Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbps - derzeit sind Geschwindigkeiten von 7,5 Mbps Standard. Die neuen Netze sollen auch die Abdeckung in entlegenen Regionen verbessern und neue Internetdienstleistungen ermöglichen.

"Wir haben dafür gesorgt, dass sowohl für Abdeckung als auch für die Kapazität genügend Frequenzspektrum zur Verfügung stehen, um in der EU das schnellste mobile Breitbandnetz der Welt zu erbauen", erklärte der schwedische Christdemokrat Gunnar Hökmark, der Berichterstatter des Parlaments zum Thema. Die 800 MHz Frequenz eignet sich besser für 4G-Netzwerke als kurzwelligere Frequenzen über 1 GHz, da sie in Gebäuden besser empfangen wird und Signale über längere Distanzen gesendet werden können. Netzwerke kommen daher mit weniger Sendeanlagen aus. Die Zustimmung des Parlaments, hofft Berichterstatter Hökmark, werde es Europa erlauben, bei der mobilen Kommunikation wieder eine Spitzenposition einzunehmen - "mit all den Möglichkeiten, die sich daraus für Europas Telekommunikationsindustrie und neue Arbeitsplätze und Wachstum ergeben."

Nenunikat 18.02.2012 11:06

Kleine Ergänzung...
 
Zitat:

...
Die bisherigen Mobilfunknetze platzen aus allen Nähten. Der Grund: der Erfolg des mobilen Internets.
Dass das mobile Internet wegen der unzureichenden, kabelgebundenen Breitbandversorgung ebenfalls merklich zusätzlich belastet wird, wird hier einfach nicht mitgeteilt...

Agenda 18.02.2012 11:41

Digitale Dividende, immer und überall...
 
Zitat:

Zitat von Nenunikat (Beitrag 126860)
Dass das mobile Internet wegen der unzureichenden, kabelgebundenen Breitbandversorgung ebenfalls merklich zusätzlich belastet wird, wird hier einfach nicht mitgeteilt...

Das passt schon! Die Mobilfunker freuen sich ja schon auf die nächste Frequenzauktion, wie Heise vor wenigen Tagen berichtete. Und wo wir gerade dabei sind: Auch die USA haben den Weg für weitere Frequenzen zur Breitbandutzung freigemacht.

Nenunikat 19.02.2012 12:28

Es passt eben nicht...
 
Zitat:

Zitat von Agenda (Beitrag 126863)
Das passt schon! Die Mobilfunker freuen sich ja schon auf die nächste Frequenzauktion, wie Heise vor wenigen Tagen berichtete.
...

Es passt eben nicht, da:
- zum Einen das Überlastungsproblem nicht erst in ein paar Jahren auftritt, sondern stellenweise schon jetzt besteht
- außerdem nicht abzusehen ist, dass alle diejenigen, welche jetzt mit einer quasistationären Mobilfunkversorgung (LTE- und HSPA-Angebote für un- und unterversorgte Regionen) ein paar Happen Breitband bekommen, zeitnah an eine kabelgebundene Breitband-Versorgung angeschlossen werden (wobei außerdem deren Breitband-Bedarf in Zukunft auch nicht weniger wird).
- die zusätzlichen Breitbandkapazitäten, die in ein paar Jahren durch neue Technologien, Weiterentwicklungen und zusätzliche Frequenzbereiche zur Verfügung stehen können, durch erhöhten Bedarf ebenfalls wieder stellenweise voll belegt sein werden.
- es selbst in Großstädten Kunden gibt, die beispielsweise auf UMTS/HSPA zurückgreifen müssen, um überhaupt etwas Breitband nutzen zu können.

Fazit:
Würden alle (bzw. fast alle) zu Hause auf zeitgemäße, bezahlbare kabelgebundene Breitband-Anschlüsse zurückgreifen können, dann würde die mobile Breitband-Infrastruktur schon merklich entlastet - jetzt und auch in Zukunft.


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