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Alt 28.06.2012, 09:46
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Tripel-As
 
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Agenda befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Verursacht mangelndes Breitband die Landflucht?

Der neue (N)Onliner Atlas wurde gerade vorgestellt. Ausgewertet wird so einiges zur Internetnutzung in Deutschland. Auch zur Zugangsart gibt es Erkenntnisse. Im wesentlichen sind diese ohne Überraschung. So wird darüber informiert, dass Schmalband deutlich zurückgegangen sei und immer mehr Menschen in Deutschland via Breitband ins Internet gehen. Ihr Anteil sei um 4,6 Prozentpunkte auf 57,1 Prozent gestiegen. Wichtigste Zugangsart sei mit 42,2 Prozent der DSL-Anschluss, jedoch hätten Kabel- und Mobilfunkzugänge erneut an Bedeutung gewonnen. 8,5 Prozent bzw. 5,1 Prozent der Befragten gingen zuhause hauptsächlich über Kabel bzw. Mobilfunk online. Im Vorjahr seien dies noch 5,9 bzw. 2,9 Prozent gewesen. Die Zahl derjenigen, die Internet über Kabel nutzen, habe sich somit um 44 Prozent gesteigert, bei den Mobilfunknutzern seien es sogar 76 Prozent.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Hans-Joachim Otto, ist von diesen Werten so angetan, dass er sich in der Pressemitteilung der Initiative D21 mit den Worten zitieren lässt, "(a)ngesichts der tiefgreifenden Bedeutung des Internet für unser Leben freut es uns zu sehen, dass die Breitbandstrategie der Bundesregierung greift und immer mehr Menschen Zugang zu breitbandigem Internet haben."

Schaut man detaillierter in die Ergebnisse, fällt ein Rückgang der Netznutzung in kleineren Ortschaften auf. Gleichzeitig wird festgestellt, dass die Netznutzung bei Menschen ab 60 am stärksten zunimmt. Korelliert man diese beiden Befunde, erhält man einen alarmierenden ersten Eindruck. Denn dies korrespondiert mit der in anderen Statistiken erkennbarem Landflucht junger Menschen auf dem Land. Inwieweit ein mangelhafter Netzzugang maßgeblich für eine solche Entscheidung ist, weist die Statistik der (N)Onliner Atlasses 2012 nicht aus. Dass dieser Faktor als nicht irrelevant bewertet wird, zeigen nicht nur die Handlungsempfehlungen der Initiative D21 zu einem "kreativen" Breitbandausbau. In der Medienberichterstattung wird der Vizepräsident der Initiative D21 sehr deutlich: "Die Jungen verlassen die Dörfer, die älteren Menschen bleiben zurück". In den Unterlagen zur Pressepräsentation findet sich dazu leider ebenso wenig eine Aussage wie im Atlas selbst. Steht zu hoffen, dass es Staatssekretär Otto dennoch vernommen hat.
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