Ein Vergleichsportal hat durch die Auswertung von bundesweit über 35.000 Adressen ermittelt, dass in Deutschland jährlich 124 Millionen Euro für Regionalaufschläge bei DSL-Anschlüssen bezahlt werden. Ein Regionalaufschlag ist die Gebühr, die einige DSL-Anbieter in den Regionen erheben, in denen sie über kein eigenes Leitungsnetz verfügen, sondern auf die Infrastruktur anderer Provider zurückgreifen. Die dadurch entstehenden Kosten werden durch den Aufschlag anteilig (ca. fünf Euro) an den Kunden weitergegeben.
Bezogen auf den gesamten DSL-Markt müssen acht Prozent aller Nutzer, also jeder Zwölfte, den Regionalaufschlag zahlen, ermittelte das Vergleichsportal Check24.de. Besonders stark betroffen ist Mecklenburg-Vorpommern: Hier zahlen 14 Prozent der Haushalte mit DSL-Anschluss den Aufschlag zusätzlich zu den Grundgebühren, da die Anbieter dort nicht flächendeckend über eigene Netze verfügen. In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind zwölf Prozent betroffen. In den Stadtstaaten fällt fast nichts an. Nordrhein-Westfalen ist mit fünf Prozent das Flächenland mit dem geringsten Anteil an Regionalaufschlägen.
Vier der großen Anbieter 1&1, Alice, Congstar und O2 bitten dieser Erhebung zufolge einen Teil ihrer Kunden mit Regionalaufschlägen zur Kasse. Die Regioquote, also der Prozentsatz der Adressen, die den Aufschlag tatsächlich zahlen müssen, liegt bei diesen Anbietern im deutschlandweiten Durchschnitt bei 36 Prozent. Die Regioquote für Mecklenburg-Vorpommern beträgt bei den vier Anbietern 64 Prozent, ist also fast doppelt so hoch wie der bundesweite Durchschnitt. In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind es 57 bzw. 55 Prozent. In Nordrhein-Westfalen müssen immerhin 22 Prozent der Kunden zusätzlich zahlen.
Über die Hintergründe dieser unterschiedlichen Preisbildung verrät das Vergleichsportal nichts. Eine regional unterschiedliche Preisbildung bei DSL als Möglichkeit über die Regulierung die kostspieligere Erschließung des ländlichen Raumes zu erleichtern, wurde in der Vergangenheit immer mal wieder ins Gespräch gebracht (
zuletzt), konnte sich aber nicht durchsetzen. Der von dem Vergleichsportal ermittelte Regionalzuschlag hat damit aber offenkundig nichts zu tun. Und es besteht durchaus die Chance, auf der in der Regel allen Anbietern zur Verfügung stehenden DSL-Leitung nach einem Anbieter zu schauen, der auf den Zuschlag verzichtet.