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Was ist DSL?

DSL bietet auch heute noch die Technik für Internetanschlüsse mit der größten Verbreitung in Deutschland. Die Technologie wurde stetig weiterentwickelt und bietet nach wie vor eine schnelle Datenübertragung. Doch was ist DSL genau? Wo liegen die Vor- und Nachteile und was sollten Nutzer beachten? Lies weiter und informiere Dich umfassend über den DSL-Anschluss sowie seine Besonderheiten!
Besonderheiten
  • Definition und Technologie
  • DSL Speed
  • Vor- und Nachteile
  • FAQ
Das Wichtigste zusammengefasst
  • DSL ist auch heute noch die häufigste Anschlussart für den eigenen Internetzugang.
  • DSL bietet einen Downstream bis zu 250 MBit/s, stabiles Internet und eine große Verbreitung.
  • In der Zukunft dürfte DSL von Glasfaser-Internetanschlüssen abgelöst werden.

DSL: Immer noch Standard bei Internetanschlüssen

Wer in Deutschland einen Internetanschluss anmeldet, wählt in den meisten Fällen auch heute noch einen DSL-Anschluss. 2019 funktionieren über 70% aller Internetzugänge mit der DSL-Technologie. Dies ist vor allem dem großen Angebot geschuldet, aus dem du als Verbraucher auswählen kannst.

https://www.breitband-monitor.de/marktbeobachtung/grafiken

Quelle: https://www.breitband-monitor.de/marktbeobachtung/grafiken

Bekannte DSL-Anbieter und ihre Marktanteile

Es gibt hierzulande einige große DSL-Anbieter, die flächendeckend entsprechende Angebote zur Verfügung stellen.

In der folgenden Tabelle findest du die großen Anbieter und ihre Marktanteile im Jahr 2020:

DSL-Anbieter Marktanteil
Telekom DSL 0,393
Vodafone DSL und Kabel 0,304
1&1 DSL 0,12
O2 DSL 0,063
Tele Columbus (PYUR) 0,017
Sonstige Anbieter 0,104

Tabelle 1: DSL-Anbieter und ihre Marktanteile 2020, Quelle: Statista

DSL Anbieter und ihr Marktanteil 2020

Abbildung 1: DSL-Anbieter und ihre Marktanteile in Deutschland 2020, Quelle: Statista

Was bedeutet DSL?

DSL ist die Abkürzung für Digital Subscriber Line und bedeutet so viel wie Digitaler Teilnehmeranschluss. Die ersten privaten Anschlüsse dieser Art konnten in Deutschland ab 1. Juli 1999 geschaltet werden, was sich auch heute noch als Meilenstein bezeichnen lässt.

Mit der Einführung von DSL war es erstmals möglich, Internetanschlüsse mit einer deutlich beschleunigten Datenübertragungsrate zur Verfügung zu stellen. Vorher konnten gerade Privatkunden nur per analogem Teefonanschluss (Modem) oder ISDN ins Internet.

Der technologische Sprung bei der Datenübertragung war enorm, wie die folgende Tabelle zeigt:

Art des Internetanschlusses Rate der Datenübertragung
POTS (analoger Telefonanschluss) Bis 56 KBit/s
ISDN 2 x 64 KBit/s
Erste DSL-Anschlüsse (ADSL) 768 KBit/s (Download) und 128 KBit/s (Upload)

Tabelle 2: Internetgeschwindigkeit von POTS, ISDN und den ersten DSL-Anschlüssen im Vergleich

Durch die Einführung von DSL wurde die Übertragungsgeschwindigkeit für Internetnutzer im Vergleich zu ISDN als mehr als versechsfacht. Dies machte erstmals Anwendungen wie Video-Streaming oder den Download größerer Datenmengen in realistischer Zeit möglich.

Wie funktioniert DSL?

Die Funktionsweise von DSL basiert auf der herkömmlichen Telefonleitung aus Kupfer. Bei der normalen Sprachübertragung für die Telefonie wird die Bandbreite der Frequenzen innerhalb der Kupferleitung nur zu einem Bruchteil ausgenutzt. So benötigt analoge Sprachtelefonie nur 300 Hz – 3,4 kHz, während ISDN bereits eine Bandbreite von 0 Hz bis 120 kHz in Anspruch nimmt.

Die verbleibende Bandbreite lässt sich somit perfekt für die Datenübertragung aus dem und ins Internet verwenden. DSL-Anschlüsse beginnen erst bei 138 kHz und können heute Frequenzen bis zu 35 MHz erreichen. So lasse sich Telefon- und Internetsignale gut trennen.

Der klassische Ablauf der gesamten Datenübertragung sah dabei folgendermaßen aus:

  • Daten aus dem Telefonnetz und dem Internet treffen in der Vermittlungsstelle des Netzbetreibers ein.
  • Die Vermittlungsstelle des Netzbetreibers fasst die Daten für die Telefonie per digitaler Vermittlung und die Internetdaten per Digital Line Access Multiplexer (DSLAMS) über einen Splitter zu einem Signal zusammen.
  • Das Signal wird über die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) an den Anschluss des jeweiligen Nutzers übertragen.
  • Der Splitter beim Nutzer trennt beide Frequenzbereiche wieder voneinander und leitet sie entweder ans Telefon (Sprachübertragung) oder per DSL-Modem an das Endgerät für die Internetnutzung (PC, Laptop).
Hinweis
Splitter sind heute kaum noch erforderlich, weil nahezu alle analogen Telefonanschlüsse im Zuge von ALL-IP mittlerweile auf das IP-Protokoll umgestellt wurden.

Wichtige Begriffe rund um die DSL Datenübertragung

Begriff Erklärung
Splitter Der Splitter bei dir zu Hause ist dafür da, das Telefonie-Signal und das Datensignal voneinander zu trennen und beide Datenströme den jeweiligen Endgeräten zuzuordnen. Im Zuge der Umstellung aller Anschlüsse auf All-IP sind Splitter kaum noch erforderlich.
All-IP Unter ALL-IP wird der Zusammenschluss der Übertragungstechniken für alle Datenströme verstanden. Ob nun Telefonie, Smart-TV oder Daten – alles läuft über das Internet Protocol (IP). Im Zusammenhang mit der Telefonie bedeutet dies den Umstieg von analogen Telefonanschlüssen auf Voice over IP (VoIP).
DSLAM Der Digital Line Access Multiplexer (DSLAM) regelt den Datenverkehr zwischen den Teilnehmeranschlüssen und dem Anbieter. Er ordnet den Teilnehmeranschlüssen in der Umgebung die gebuchte Geschwindigkeit zu. Die meisten DSLAMs sind heute Outdoor-DSLAMs und lassen sich in Straßen als die berühmten grauen Kästen bewundern. Oft ist ein DSLAM nur für wenige Hundert Teilnehmeranschlüsse zuständig.
Upstream Der Begriff Upstream bezeichnet die Upload-Geschwindigkeit, die dein DSL-Anschluss ermöglicht. Seit der Einführung von DSL für Privatkunden existiert eine Kluft zwischen der Geschwindigkeit für den Datenupload und den Download. Da private Nutzer im Normalfall deutlich mehr Daten herunterladen, übertrifft der Downstream den Upstream mitunter erheblich. Die ersten privaten DSL-Anschlüsse arbeiteten hier grob mit einem Verhältnis von 1:6, während besonders schnelles VDSL heute fast ein Verhältnis von 1:2 erreicht.
Downstream Der Downstream beschreibt die Geschwindigkeit, mit der Daten aus dem Internet heruntergeladen werden können. DSL-Anbieter bezeichnet ihr Angebot oft nach der Höhe des Downstreams. So bot DSL 1.000 einen Downstream von 1.024 KBit/s. Heutige VDSL-Anschlüsse werden als DSL 250.000 bezeichnet, weil sie 250 Mbit/s (250.000 Kbit/s) schaffen.

DSL Geschwindigkeit: Was entscheidet über den Speed?

Anschlüsse mittels DSL unterscheiden sich in der Geschwindigkeit der Datenübertragung zum Teil erheblich. Wir zeigen dir hier, welche DSL-Varianten es gibt und wovon der DSL Speed abhängt.

DSL-Varianten und ihr Speed

Variante Details
ADSL ADSL (Asymmetrisches DSL) war der erste DSL-Standard, der in größerem Stil privat genutzt wurde. Die Asymmetrie bezieht sich dabei auf die unterschiedlichen Geschwindigkeiten zwischen Upload und Download. Da zu Beginn eigentlich nur Unternehmen größere Datenmengen hochladen mussten, wurde die Downloadgeschwindigkeit für Privatleute zulasten des Upstreams erhöht.
ADSL2+ ADSL2+ ist eine Weiterentwicklung des ADSL-Standards, bei dem der Frequenzbereich deutlich erhöht wird (von maximal 1.104 kHz auf maximal 2.208 kHz). Dies erlaubt einen deutlich höheren Downstream. Theoretisch wäre auch ein höherer Upstream möglich, jedoch wird ADSL2+ in dieser Konfiguration (ADSL-over-POTS oder Annex A) in Deutschland nicht verwendet.
VDSL VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) wurde für die Nutzung sogenannter „Triple-Play-Dienste“ entwickelt. Diese führen die Leistungsmerkmale Telefonie, Breitband-Internet und IPTV zusammen und erhöhen den Frequenzbereich auf bis zu 12 MHz = 12.000 kHz). Aufgrund der fehlenden Priorisierungsmöglichkeit bestimmter Dienste konnte sich VDSL (heute: VDSL 1) in Deutschland zunächst nicht durchsetzen.
VDSL2 VDSL2 ist der Standard, der heute gerade in Ballungsräume neben FTTH (kompletter Glasfaseranschluss) für High-End-Datenübertragung sorgt. Der Frequenzbereich wird hierbei auf bis zu 30 MHz ausgedehnt, was einen enormen Geschwindigkeitsgewinn mit sich bringt. Durch Super-Vectoring kann die Bandbreite sogar auf 35 MHz erhöht werden. Dieses Verfahren sorgt dafür, dass Störungen durch sogenanntes „Übersprechen“ weitestgehend verschwinden.

DSL-Geschwindigkeiten im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die möglichen Übertragungsraten sowie die Grenze des jeweiligen Frequenzbereichs im Überblick:

DSL-Anschluss Downstream Upstream Frequenzbereich (Bandbreite)
ADSL Bis zu 8 MBit/s Bis zu 1 MBit/s 138 kHz – 1,1 MHz
ADSL2+ Bis zu 24 Mbit/s Bis zu 1 Mbit/s 138 kHz – 2,2 MHz
VDSL Bis zu 50 Mbit/s Bis zu 10 Mbit/s 138 kHz – 12 MHz
VDSL2 Bis zu 250 Mbit/s Bis zu 40 Mbit/s Bis zu 35 MHz (mit Super-Vectoring)

Tabelle 3: DSL-Varianten und ihre Übertragungsgeschwindigkeiten

Eine DSL-Geschwindigkeit von 250 MBit/s klingt zunächst sehr schnell. Hierbei solltest Du jedoch bedenken, dass es viele Faktoren gibt, die deine tatsächliche Geschwindigkeit drosseln können.

Hier einige wichtige Beispiele:

  • Hohe Entfernung zwischen Verteilerstelle und Hausanschluss
  • Schlechtes DSL-Modem (Verzögerung durch hohe Fehlerquoten)
  • Mehrere Nutzer des gleichen DSL-Anschlusses
Hinweis
Wenn Du noch schneller im Internet unterwegs sein möchtest, findest du aktuell nur wenige Alternativen. Dazu gehören Kabelanbieter und komplette Glasfaseranschlüsse (FTTH). Doch leider stehen diese bei weitem noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Checke vor einem Anbieterwechsel immer, was in Deiner Region möglich ist!

Vor- und Nachteile von DSL

DSL gilt nach wie vor als wichtigstes Standbein in der Internetversorgung. Doch mittlerweile existieren mit Kabelanschlüssen attraktive Alternativen. Zudem dürfte die Glasfaser-Technologie die Zukunft der Internetanschlüsse bedeuten. Doch welche- Vor- und Nachteile sind mit DSL im Vergleich zu den Alternativen verbunden?

Tabelle: Der Kurzüberblick

Vorteile Nachteile
  • Exklusive Nutzung der Leitung
  • Großes Angebot und hohe Verbreitung
  • Upstream oft schneller als bei Kabelanschlüssen
  • Niedrigerer Downstream
  • Speed-Verluste durch Telefonkabel

DSL-Vorteile: Davon profitierst du

  1. Nur du nutzt deine Telefonleitung! Der große Vorteil der DSL Technologie im Vergleich zum Kabel-Internet liegt darin, dass du die deine Leitung nicht mit anderen Kunden teilen musst. Somit hat es für dich keinerlei Bedeutung, wie viele Kunden eines DSL-Anbieters gerade gleichzeitig surfen. Doch Achtung: Teilst du dir im Haushalt mit deiner Familie den Anschluss, sieht das Ganze anders aus!
  2. Auf dich wartet eine große Auswahl! Sowohl Kabel-als auch Glasfaseranschlüsse weisen (noch) keine so große Verbreitung auf wie DSL. Du kannst also meistens aus mehreren Anbietern auswählen und die Angebote vergleichen. So lässt sich das Wunschangebot zu kleinen Preisen finden!
  3. Höherer Upstream: Sollte dir ein hoher Upstream wichtig sein, punkten DSL-Anschlüsse im Vergleich zum Kabelinternet nach wie vor. Während VDSL im Upstream Datenraten bis zu 40 MBit/s ermöglicht, liegen Kabelanbieter oft nur bei 5 MBit/s.

DSL-Nachteile: Hier schwächelt die Technik

  1. Kein High-End-Speed: Im Vergleich zu Kabelanschlüssen oder Glasfaserinternet stößt DSL bei 250 bis 300 MBit/s an seine Grenzen. Glasfaseranschlüsse können heute schon bis zu 1.000 MBit/s und dürften in Zukunft noch viel Potenzial entfalten. Aktuell reicht ein VDSL-Anschluss für alle gängigen Aktivitäten wie Ultra-HD-Streaming allerdings noch voll und ganz aus.
  2. Du kriegst nicht den Speed, den du bestellst: DSL ist leider aufgrund des Übertragungswegs über das Kupfer-Telefonkabel immer mit Leistungsverlusten verbunden. Wie hoch der Verlust ausfällt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Aus diesem Grund lohnt es sich, einen DSL-Speedtest durchzuführen, um die tatsächlich verfügbare Geschwindigkeit auszuloten.

DSL ist nach wie vor die Basis für den Internetzugang

DSL wurde über viele Jahre hinweg mit schnellem Internet in Verbindung gebracht. Durch die Nutzung der Bandbreite im Kupfer-Telefonkabel wurden Anwendungen wie Streaming oder schneller Daten-Download überhaupt erst möglich.

Auch wenn DSL mit der Glasfaser-Technologie irgendwann komplett abgelöst werden dürfte, stellt es in Deutschland nach wie vor die wichtigste Basis für den Internetzugang dar. Es gibt viele Anbieter und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, so dass auch du einen passenden DSL-Tarif finden dürftest!

FAQ zu DSL

Frage Antwort
Was ist der Unterschied zwischen DSL und WLAN? Das WLAN ist in Bezug auf die Art des Internetanschlusses zunächst unerheblich. Internet per WLAN kannst du also sowohl über DSL als auch über Kabelanschluss oder Glasfaser realisieren. Der einzige Unterschied liegt darin, dass das Internetkabel am WLAN-Router endet und das Signal kabellos ans Endgerät übertragen wird.
Was ist besser: Kabel oder DSL? Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Kabel-Internet bietet eine deutlich höhere Downloadgeschwindigkeit bis zu 1Gbit/s. Dafür musst du dir die Bandbreite eventuell mit anderen Kabelkunden in der Umgebung teilen, so dass die Stabilität und Geschwindigkeit leiden. DSL bietet zudem eine größere Verbreitung und einen höheren Upstream.
Wie steht es um die DSL-Verfügbarkeit? DSL-Anschlüsse sind in Deutschland fast flächendeckend verfügbar. Leider kannst du jedoch noch nicht überall VDSL mit Super-Vectoring und einer Geschwindigkeit bis zu 250 MBit/s erhalten. Mittlerweile hat jedoch ein Großteil aller Haushalte in Deutschland die Möglichkeit, mindestens einen Internetanschluss mit einer Geschwindigkeit von 6-10 MBit/s zu nutzen.
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